Angst essen Verstand auf?

Ich verstehe das nicht, ich verstehe Leute nicht, die aus Protest AFD wählen, ich verstehe Leute nicht, die aus Angst vor [insert diffuse Unsicherheit here] AFD wählen …

Protest? „Jahrelang hab ich CSU gewählt, da kam nix bei rum, jetzt zeig ich es ihnen mal richtig und wähle AFD“? Was genau soll diese Form von Protest bringen? Der grossartige Stewart Lee hat zum Thema Protestwahl im Kontext mit UKIP mal gesagt

A protest vote for UKIP is like shitting your hotel bed as a protest against bad service, then realising you now have to sleep in a shitted bed.

So, UKIP ersetzen mit AFD, funktioniert immer noch. Wer jahrelang CSU gewählt hat, und dann aus Protest Linke oder MLDP wählt … ok, ja. Aber aus Protest noch ein Stück nach rechts rutschen? Zefuck?

Und Angst? Angst vor Überfremdung, Islamisierung (wenn ich die Person erwische, die dieses Wort eingeführt hat, setzt es was), vor Männern, die die deutschen Frauen aufessen, etc? Zefuck?

Es ist jetzt nicht so als käme seit 2015 jeden Abend eine Familie aus Syrien oder Eritrea zu mir nach Hause, plünderte meinen Kühlschrank (bzw. sagt mir ich soll verdammt noch mal endlich einkaufen), nähme mir alle Bücher und Kleidungsstücke weg und mein ganzes Bargeld (bzw. sagt mir ich müsse endlich mal besser mit meinem Geld umgehen), und ich behaupte mal das ist bei keinem so.

Ich bin auch seit ich in Berlin wohne noch kein einziges mal islamisiert worden. Ok, einmal haben welche versucht mit zu katholisieren, das war aber ein sehr halbherziger Versuch und ich habe sie ausgelacht.

Geht es mir seit 2015 schlechter? Es ist ja nun auch nicht so als könnte ich eine Email an die Bundesregierung schicken und schreiben

So, ich hab mir das jetzt eine Weile angeschaut und fordere hiermit, dass meine Steuergelder zukünftig ausschliesslich für folgende Punkte verwendet werden dürfen:

  • die Reformation des Schulbildungssystems für die Jahre 6-16, mit Schwerpunkt auf Kooperation, Empathie und Ermunterung, weg vom Konkurrenzdenken und unter Druck setzen der Kinder durch Noten, Performance-Bewertung und Vergleiche
  • Stärkung der LGBT* Rechte in Deutschland

Nicht mehr eingesetzt dürfen meine Steuergelder für

  • Ausbau von Autobahnen
  • Studien zur Benachteiligung von Cis-Hetero-Menschen

Glauben die wirklich allen Ernstes die Steuern sinken wenn wir jährlich nur noch 10000 Flüchtlinge aufnehmen? Kommt dann Post vom Finanzministerium mit einem Verrechnungsscheck über 13,20€ mit dem Zusatz „Aber gib nicht alles auf einmal aus“?

Ich verstehe das alles nicht, und das macht mir viel mehr Angst als muslimische Menschen, die mir nicht meine Schweineschnitzel wegessen und mir nicht den Gin wegsaufen. Mehr Angst habe ich vor Parteien, die sich jetzt panisch überlegen wie sie die AFD Wähler zurückholen können. „Immer ein bisschen mehr rechts als wie du“?

Mehr Dialog? Ich will nicht mit denen reden. Ich will sie nicht um mich herum haben, ich will nicht mit ihnen diskutieren müssen, ich will nicht mal in einem Raum mit denen sein. Am liebsten wäre ich auch nicht in einem Land mit denen. Die sind engstirnig, denken nicht weit, brauchen dringend etwas worauf sie nach unten treten können damit sie nur ja nicht am untersten Ende der Leiter sind, sie sind eine traurige Schande, für alles Gute was die Menschheit versehentlich auf die Beine gestellt hat und bestimmt riechen sie unangenehm.

Ihr blöden besorgten Bürger, ihr habt es jetzt also geschafft, ich habe Angst, und zwar vor euch, euren reaktionären Ideen in eurem Kopf, euren Vorstellungen davon was gut und richtig ist und richtig Angst hab ich davor euch jemals ein bisschen zu verstehen.

Tech Konferenzen

Nach zwei Tagen BEDCon (wer denkt sich eigentlich immer diese Namen aus?) habe ich mich a) alt und b) unter-informiert gefühlt.

Alt weil mir dann auffiel, dass es da Speaker gibt, die ich noch von ganz anderen Zeiten kenne und unter-informiert weil es wieder ein bisschen an konkreten Umsetzungsideen gemangelt hat.

Nichts desto trotz … Konferenz-Recap weil mir eh langweilig ist…

galadriel

Immer noch:

  • Grosse Menge von Leuten, die sich insgesamt recht gedankenlos kleiden(¹)
  • Grosse Menge von Leuten, die ihre Nerdshirts spazieren führen
  • Grosse Menge von Leuten mit eher undefinierbaren Frisuren

Mehr:

  • Leute, die offensichtlich etwas über ihre Garderobe nachdenken
  • Tattoos
  • Leute, die wohl Sport machen
  • *Frauen, sowohl auf der Bühne als auch davor
  • soziale Tracks

Weniger:

  • Klischeenerds (übergewichtig, Nerdshirt, blass, bebrillt)
  • schlechte Reaktionen auf *Frauen
  • gelebter Sexismus
  • ‚wir haben hier die einzige wahre Lösung für alle eure Probleme‘ Talks

Zu wenig:

  • *Frauen, auf oder vor der Bühne, die kritische Masse ist noch längst nicht erreicht
  • Diversity
  • praktische Anwendungsfälle in den Talks

Mal sehen wie das in 10 Jahren aussieht, und ob ich in 10 Jahren noch zu sowas hin renne. Raum für Verbesserung ist auf jeden Fall noch. Immerhin gab es in den Talks die ich erlebt habe dieses Jahr keine sexistischen Ausrutscher und wirklich schlecht kam mir nur einer vor.

Schönster Begriff: IT-Chauvinismus

Schönster Satz: Developers – as a group – suffer from collective amnesia.

Da ich jetzt zwei Wochen Urlaub habe, werde ich jetzt also angestrengt Dinge vergessen.

 

1) Disclaimer: gedankenlos kleiden meint genau das, ich enthalte mich da jeder Wertung, es wirkt einfach wie Menschen die keine Gehirnkapazität für Klamotten frei stellen.

 

Schlussstrich(e)

Das war’s jetzt. Aus. Vorbei. Nichts geht mehr.

Die Brust ist nicht mehr. Sie ruht sich auch nicht nur aus. Ne, manche Sachen gehen nicht mit dem dead parrot Sketch.

Jedenfalls. Auf der Seite, an der die Brust einst lebte, passiert nun nichts mehr. Vor einigen Tagen habe ich mir die Stelle tättowieren lassen, somit ist sie nun versiegelt. Es ist jetzt auch klar, dass da kein Skalpell mehr ran darf.

Ich gebe zu, als das Motiv fertig war und der Termin näher rückte, habe ich schon noch ein wenig gezweifelt, obwohl eigentlich länger fest stand, dass da nichts mehr angebaut wird. Die Bauvorhaben, die die Krankenkasse genehmigen würde, sind mir zu aufwendig und riskant.

Bereuen tue ich es nicht, gelegentlich habe ich kurze Anfälle von ‚Schade, um das was vielleicht hätte sein können‘, aber insgesamt war es die richtige Entscheidung. Schon allein dass ich neuerdings oben ohne in den Spiegel schauen kann, und dabei ein bisschen glücklich oder wenigstens zufrieden gucke, beweist dass die Sache schon gut so ist, wie sie jetzt ist.

So komplett wohl fühle ich mich nicht in meiner Haut, vor allem jetzt, wo der Sommer naht, wird mir Zoe wohl auch wirklich viel an meinen Nerven sägen. Und dieses ominöse gefühlte 20cm tiefe Loch in der Narbe ist immer noch äusserst fragwürdig. Aber diese Stelle ist frei von Tättowierung und würde im Notfall sicher nochmal einen kleinen Angriff Eingriff erlauben.

Und bis dahin übe ich öfter das einbrüstige in der Öffentlichkeit unterwegs sein und recherchiere ob es Mini-Kärcher mit einer etwa 1,3 mm Düse gibt um das schwarze Loch sauber zu halten.

Lange Rede, wenig Sinn. Neues Tattoo. Letztes Tattoo (vermutlich). Persönlichstes Tattoo. Unglaublich bedeutungsschwangeres Tattoo.

Und mit diesen wunderschönen Schlussstrichen möchte ich das Kranklog nun auch schliessen.

Das war’s jetzt. Aus. Vorbei. Nichts geht mehr.

Kulturelle Aneignung

aka cultural appropriation. Ich hab das bisher so am Rande mit verfolgt, blackfacing, Transmenschen die in Film und Fernsehen von Cis Menschen gespielt werden, etc. Probleme die ich nachvollziehen konnte. Jetzt hat sich so ein Designmensch namens Marc Jacob die Wut des Internets (TM) zugezogen. Es war wohl so dass auf einer Modenshow Models mit Dreadlocks über den Laufsteg getrippelt sind. Weisse Models. Es herrschte grosse Aufregung, meine Filterblase hat mir dann einen älteren Artikel zu dem Thema reingespült.

Ich bin wie üblich sehr hin und her gerissen. Ja, besetzt gerne Trans-Rollen mit Trans-Leuten. Ja, ändert nicht die Herkunft einer Rolle für einen Film wenn es nicht nötig ist.

Aber wir reden hier von Mode. Diese Aufregung um Klamotten, die ständig irgendwie doch gleich aussehen, viel kosten, ein grosses Spektakel für viele Leute sind, und anderen am Po vorbei gehen. Mode, die sich ständig an anderen Kulturen bedient, seien es Schnitte, Farbzusammenstellungen, Präsentation, whatever.

Wo fängt kulturelle Annektierung an und wann hört sie auch mal wieder auf? Muss ich mir als gebürtige Koreanerin jetzt komisch vorkommen wenn ich japanisch esse? Muss ich jetzt Japaner verhauen wenn sie koreanisch essen? Muss ich Europäer anmaulen wenn sie asiatisch essen? Muss ich aufhören deutsch zu essen?

Und mal ganz provokant gefragt, dürfen Transmänner existieren? Oder sollten sie sich gefälligst schämen, weil sie sich die männlichen Privilegien aneignen?

Könnten wir auch hier bitte so vorgehen, wie ich es mir für den Netzfeminismus (TM) wünsche? Angemessen, mit einer Prise gesundem Menschenverstand und etwas weniger um-sich-schlagen-und-treten-und-schreien?

 

Buzzword Bingo

Szenario 1:

Eine leicht gebräunte Frau steht im Bikini vor einer Wand. Wind plustert ihre dunklen Locken auf, und damit man das besser sieht, fuchtelt sie mit den Händen darin rum. Sie besteht aus Muskeln und einer ziemlich kleinen Menge Fett. Ich kriege aus Solidarität Hunger wenn ich ihren Bauch ansehe. Sie glänzt. Wahrscheinlich glänzt sie, damit man besser sieht, dass ihre Haut absolut makellos ist. Ich kriege Pickel wenn ich sie länger ansehe. Vermutlich Stresspickel. Sie guckt ein wenig seltsam. Ich glaube ich gucke auch so, wenn ich gerade aufgestanden bin. Und ihr Mund steht ein wenig offen. Vielleicht ist sie verwirrt. Oder denkt nach. Vermutlich denkt sie an Kaffee. Oder an Käsebrötchen.

 

Szenario 2:

Ein Auto. In leicht schräger Frontansicht. Es glänzt, es wurde vermutlich vor 0,7 Sekunden frisch poliert. Es hat vier Reifen, 2 Türen, Fenster, was Autos halt so haben. Sonst kann ich dazu nichts sagen, weil ich mich mit Autos nicht auskenne. Auf der Motorhaube des Autos liegt eine Frau im Minirock mit aufgeknöpfter Bluse, der BH ist rot und scheint aus viel Spitze und wenig anderem Material zu bestehen. Die Frau besteht auch aus wenig anderem als Muskeln und minimalst Fett. Sie liegt in dieser klischeehaften „lasziv räkeln“ Position da. Ein Bein angewinkelt, ein Bein ausgestreckt, Rücken durchgedrückt, Kopf in meine Richtung, eine Hand fuchtelt in den Haaren, eine Hand spielt am BH rum. Sie glänzt fast so sehr wie das Auto. Sie schaut ebenfalls etwas seltsam drein und auch ihr Mund ist etwas offen. Vielleicht denkt sie auch gerade an Käsebrötchen. Oder Mett-Igel.

 

 

Beide Szenarien sind Plakate. Auf einem steht „[Markenname] Beachwear“ und kleiner „[Modellname] Bikini. Auf dem anderen steht „Geiles Teil. Der neue [Automarke] [Modellname]“ und kleiner „ab [Preis] Euro“.

Auf einem dieser Plakate hat jemand den Aufkleber mit dem aufgeregtem Text „Sexistische Kackscheisse“ angebracht.

Der Aufklebergewinner ist Szenario 1. Szenario 2 ist frei erdacht und ist mir in ähnlicher Form lange nicht mehr vor Augen gekommen.

Ok, ich bin verwirrt. Ich sehe ein, dass man Sexismus anprangert. Ich bin verstört, was zur Zeit alles als „sexistische Kackscheisse“ bezeichnet wird. Diese Leute aus Szenario 1 wollen Bademoden verkaufen, sie heuern dazu Marketingleute an, diese heuern teure Fotografen und teure Models an, und so weiter.

Entschuldigung, aber wie sollen diese Leute Bademode verkaufen, ohne die Bademode zu zeigen? Kommt mir jetzt bitte nicht mit „Jaha, aber diese Frau auf dem Plakat trägt bestimmt nur Grösse 34, ausserdem ist sie gephotoshopped (photogeshopped? gephotoshopt?) das Foto zigfach überarbeitet worden und sie selber wurde vermutlich eingesprüht, eingeölt und dann nochmal eingesprüht, das ist überhaupt nicht realistisch!!!1111″ Wenn es darum geht, klebt Aufkleber „lookistische Kackscheisse“ (was auch keinen Sinn ergibt, da die Frau auf dem Bild keine andere Person aufgrund ihres Aussehens diskriminiert) oder lasst euch ein schickes Buzzword einfallen für „Dieses Bild impliziert ein Schönheitsideal fernab der Realität und hat einen negativen Einfluss auf ein gesundes Verhältnis zum eigenen Körper!“.

Aber bitte stempelt solche Dinge jetzt nicht auch unter Sexismus ab, das verstehe ich nicht, und dann finde ich das alles wieder doof und seltsam und dann geht es meinem Gehirn schlecht. Erschwerend kommt hinzu, dass ich dann das Sexismus anprangern als überhöhten Aktionismus von Leuten, die sich gerne Probleme machen, wahrnehme und durch die reine Flut an „Sexistische Kackscheisse!!!111“ ein Überreiz entsteht, ich genervt darauf reagiere und die Szenarien, die wirklich nichts als dämlicher Sexismus sind, dadurch unter der Flut ersaufen. Das fände ich a) schade, b) sehr kontra produktiv, und b ist deutlich schlimmer als a. Und schadet meines Erachtens wirklich viel mehr als es irgendwem hilft. Also lasst das. Bittedankeschön.

 

More science, bitches!

Ich war jetzt auf zwei Science Slams in Berlin. Es steht 1:1. Der erste im Jahr 2015 war etwa so wie erhofft. Unterhaltsam, von Themen mit denen ich gar nichts anfangen kann (Biologie) zu Themen, die mich irgendwie interessieren (Informatik). Ausserdem gab es Vorträge über Politiker die Wurst essen, Dressgate, Gesichtsblindheit und Teilchenphysik. Die Vortragenden waren grösstenteils gut, lediglich ein Vortrag ist mir in Erinnerung geblieben mit verstörenden Folien, schwer verständlichem Vortrager und mein Hirn hat sich nach sehr kurzer Zeit verabschiedet.

Voller froher Erwartung stand ich dann also kürzlich in der Kälte um dann mit viel zu vielen Leuten zwangskuscheln zu betreiben und harrte der Vorträge die da da kamen.

Sie kamen, und die meisten liessen mich zurück mit „Häh?“ Einer hielt einen Vortrag über ein Computermodell, das den weiblichen Ei-Zyklus simuliert. Ok. Dabei fiel oft der sehr beliebte Begriff „sexistische Kackscheisse“ und irgendwie soll das ganze dann helfen um Kinder zu kriegen. Soweit, so hilfreich. Unterhaltsam, etwas inhaltsarm.

Eine Dame bewarb ihr neues Buch und war nebenbei wohl Linguistin. Die Forschung bezog sich auf die gesellschaftliche Entwicklung der deutschen Sprache unter Einfluss von „Kurzdeutsch“ (the language formerly known as türkendeutsch). Unterhaltsam, keinerlei Information wie die Forschung ablief, ausser vielleicht viel Zeit mit einem Diktiergerät in diversen Stadtteilen zu verbringen. Kurz, inhaltsarme Werbeaktion für ein Buch.

Meinen Aussetzer hatte ich bei einem Vortrag in dem eine Frau über Hexen. Wurde als Forschungsarbeit angekündigt. Nach etwa 2 Minuten dachte ich „zefuck? Dafür kriegt die Geld?“ Der Inhalt lässt sich in wenigen Worten so wieder geben.

Ich finde Hexen total spannend und hab mal eine Stunde gegooglet. Also Hexen gibt es auch ganz viele in Berlin, ausserdem sind die total feministisch und voll naturverbunden. Und echt voll spannend. Total interessant. Guckt, ich habe ein paar Punkte in einer Karte gemacht. Ausserdem feiern die auch voll oft, manchmal richtig geheimnisvoll und so. Hier sind ein paar Fotos. Echt total spannend. Hexen! Yay!

Das ganze in 10 Minuten Geschwurbel gepackt. My brain hurt.

Ein Vortrag, bzw. eine Werbeaktion für ein Magazin, das die ähm, ja, Forschung, über die erfolgreichsten Printmagazine in Deutschland umsetzt. Die Datenbasis umfasste dann also TV Zeitschriften, Politik-Magazine, Lifestyle und so ziemlich alles. Prima Vergleich. Warum? Vermutlich weil sie es können. Gelernt habe ich dass das häufigste Titelmotiv eine blonde Frau in weissem Oberteil ist. Zumindest bei TV Zeitschriften. Das Magazin, das die Daten enthält, listet also viel Statistik, warum auf Seite 8 mehr Lifestyle also Sport ist, und warum auf Seite 10 so viel Werbung sein darf. Wofür das ganze gut sein soll? Ich habe keine Ahnung. War so mittelunterhaltsam.

Ein nett gemachter Vortrag über Forschung an E.Coli Bakterien. Keine Ahnung warum.

Gewinner war ein Gesundheitsökonom der über Krankenhaus-Zuschüsse bei Geburten in bestimmten Gewichts- und Risikoklassen erzählt hat. Interessant. Verdient gewonnen, weil der rundeste Vortrag.

Ich war insgesamt reichlich underwhelmed, und fürchte ich muss jetzt noch mindestens ein weiteres Mal im Lido zwangskuscheln um herauszufinden ob der eine gute Abend oder der eher verschwendete Abend Standard für die Science Slams ist. Ich hoffe mal ich kriege eher wieder so etwas wie 2015 vorgesetzt.

Rassisten umständehalber abzugeben

Wir suchen dringend ein neues Zuhause für unsere Rassisten. Sie sind zw. 15 und 95 Jahren, mittelmässig stubenrein und vertragen sich prima mit sich sich selbst. Neue Halter sollten also bitte Gruppen abnehmen, damit die Rassisten weiter mit sich selber spielen können.

Unsere Rassisten kommen mit unangemessen Vorurteilen, Starrköpfigkeit und der Bereitschaft sich durch keinerlei Fakten von ihrer erdachten Realität ablenken zu lassen.

Unsere Rassisten sind teilweise gewaltbereit, ein grosses Gehege in die sich austoben können, wäre also von Nutzen. Als Spielzeug schlagen wir kleine Puppen vor, bevorzugt kleiner als 1.60M, damit auch die kleinen Rassisten nicht verängstigt sind. Färben Sie die Puppen am besten dunkel ein, dann werden auch die eher schüchternen Rassisten richtig aggressiv.

Damit Sie nicht versehentlich eine Rassisten-Zucht beginnen, legen wir Ihnen nahe, die Rassisten nach Geschlechtern getrennt zu halten.

Unsere Rassisten sind meist tierlieb (Hunde bevorzugt), spielen gerne im Freien und haben gelegentlich Störungen in der Motorik, die sie zwingt einen Arm hochzureissen.

Unsere Rassisten sind erziehungsresistent was die Themen Weltoffenheit, Toleranz und Empathie betrifft, ansonsten sind sie – zumindest die jüngeren Exemplare – durchaus lernfähig.

Unsere Rassisten zeichnen sich aus durch ihre bedingungslose Liebe zu ihrem Vaterland (auch wenn dies eine gedankenspielerische Metapher für etwas unklares ist), der Fähigkeit so ziemlich jede Unzufriedenheit in ihrem Leben auf Den Ausländer(TM) zu schieben, dem Talent Den Frauen(TM) gerne Vorschriften machen zu wollen und generell zu wissen wo Der Hase(TM) läuft.

Die spezielleren Exemplare unserer Rassisten sind ausserdem Anhänger diverser Verschwörungstheorien, so glauben manche gerne daran dass die USA eigentlich bereits die Welt regieren, dass Deutschland eine GmbH ist und sowieso alles von Den Juden(TM) gedeichselt wurde.

Leider müssen wir uns von unseren Rassisten trennen, da sie das Wohnklima verpesten, die Stimmung vermiesen und uns in einem verdammt schlechten Licht dastehen lassen.

Auf Wunsch liefern wir Ihnen die Rassisten mit Zubehör (Baseballschläger, Plakate mit sinnentleerten Parolen, Ziegelsteinen und Bierflaschen).

Zögern Sie nicht, geben Sie unseren Rassisten ein neues Zuhause. Eigentlich ist uns egal ob es ein verständnisvolles neues Zuhause voller Liebe ist, oder nicht. Hauptsache wir sind sie los.