Die Leiden des rechten Fussgelenks

Da läuft man nichts Böses ahnend einfach mal eine Strasse entlang, rutscht auf eine Teil Kopfsteinpflaster (warum heisst das eigentlich Kopfsteinpflaster??) aus, knickt – mal wieder – so um, dass man mit dem rechten Knöchel auf dem Boden steht, flucht eine Runde ausgiebig und hinkt von dannen.

Am Abend stellt man fest, dass es noch schmerzt, das macht aber nichts, das ist man gewöhnt. Nachts kann man dann vor Schmerzen nicht schlafen, das ist nicht schön. Am nächsten Tag sieht es aus als hätte jemand den Knöchel rausgenommen, und das Ei einer genmutierten riesigen Henne an die Stelle gesetzt. Also geht man zum Arzt. Man wartet dann bei einem Allgemeinarzt mal grosszügige 1.5 Stunden (trotz vorherigen Anruf und Terminvereinbarung) darauf dass der Arzt sagt: „Oh, gehen sie mal zu einem Orthopäden und lassen es röntgen.“ Danke, da wär ich von alleine nie draufgekommen.

Also Orthopäden angerufen, nach knapp 10 Minuten Wartezeit wird der Fuss vergewaltigt, d.h. der Fuss wird irgendwo eingespannt, überdehnt bis man kurz davor ist zu schreien, und dann kommt die nette Ansage „so, jetzt ganz locker so halten“. Spätestens hier schiessen einem dann doch diverse Mordgedanken durch den Kopf (z.B. am Hals aufhängen und sagen ’so, jetzt ganz locker so halten‘) Die Ärztin wirft einen Blick auf die Bilder und sagt wissend „Das war ja nicht das erste Mal.“ Richtig. „Und was haben sie da bisher gemacht?“ Gar nix? „Ja, da machen wir erstmal einen Tapeverband drauf“ Ok.

Was sie mir nicht deutlich gemacht hat, war dass dieser Tapeverband 4-5 Wochen drauf muss. Das eröffnet mir der junge Mann, der mit viel Enthusiasmus meinen Fuss in einen Klumpfuss verwandelt.

2 Tage später wieder arbeiten. Schmerzen, grosse Schmerzen. Wieder zum Arzt, diesmal gleich zum Orthopäden, man macht manche Fehler ja wirklich nur einmal. „Ja, das ist normal, das ist ihnen ja schon öfter passiert, die Bänder sind nicht im besten Zustand, mit 6 Wochen Einschränkung müssen sie jetzt schon rechnen. Schonen sie den Fuss mal.“

1.5 Wochen krankschreiben lassen. Zuhause zu Tode gelangweilt.
Wieder arbeiten gegangen, Hohn und Spott ertragen, kleines rotes Buch um viele Einträge erweitert (Wartet nur bis ich wieder richtig laufen kann). Gelernt wie man eine Mülltüte einigermassen wasserdicht um den Fuss wickelt. Vergessen wie es ist normal zu duschen oder zu baden.

Jetzt muss ich noch einmal wechseln lassen, dann ist das erstmal wieder vorbei. Es juckt wie Seuche, netterweise hat man mir dann heute Kortisonspray zugestanden. Der Mann mit dem Tape ist immer noch fürchterlich motiviert, ich habe das Gefühl mein Fuss stinkt, ausserdem wird der Zinkverband da drin ab und zu dochmal feucht, was sich dann absolut widerlich anfühlt. Ich werde auf alle Fälle ein kleines Fest feiern wenn ich wieder richtig in der Badewanne liegen kann und andere Schuhe tragen kann.

Und die Moral von der Geschicht?
Bänder anreissen lohnt sich nicht.

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