Verantwortungsbewusstsein?

Der René liegt ja gerne in der Badewanne und ist auch ansonsten ein Wasserverschwender (Rumliegen in der Badewanne), und er steht auch dazu.

Ich dagegen war eben duschen und hab auch ganz artig das Wasser während dem einseifen ausgemacht. Dann fiel mir leider auf dass ich beim Schrubbern meines Balkons und auch sonst beim Putzen die Wassersparerei des Duschens direkt wieder kompensiere. Soweit so naja.

Dann hab ich kurz drüber nachgedacht und bin zu keinerlei Ergebnis gekommen. Habe ich eine Art moralische Verpflichtung während meiner Existenz auf der Erde gezielt Umweltschutz, Energiesparpläne und ökologische Fussabdrücke auf meine Agenda zu setzen? Macht mich alleine die Tatsache, dass ich mich das frage zu einer ökologischen Wildsau und einem egoistischen Arschloch? Wieviel von dem was „die Leute“ so sparen, sparen sie aus Überzeugung und wieviel aus Pflichtbewusstsein Gott-weiss-wem gegenüber?

Jedenfalls hat das bei mir nichts mit Zukunft zu tun, also nicht die Art Zukunft, die ganz gerne mal als „unsere Kinder“, „unsere Nachkommen“, „eine bessere Welt für unsere Kinder“, etc. zu tun hat. Nach wie vor bin ich fest davon überzeugt, dass meine Gene mit mir aussterben werden. Also nix „unsere Kinder“, wenn dann „eure Kinder“, bzw. „Kinder fremder Leute“, denn in meinem gigantischem Freundeskreis hat keiner Kinder. Muss ich mich gegenüber den Plagen anderer Leute verpflichtet fühlen? Also die Sorte Gören die heute während ich mit einer Freundin einen Kaffee trinken will, an meinem Stuhl stehen und mich mit grossen Augen sinnentleert anstarren und „die Zukunft“ in 20-40 Jahren verkörpern? Eeew, ich hoffe nicht.

Und selbst wenn ich mal jemanden besser kenne, der Kinder hat, und mir dessen Kinder tatsächlich mal etwas anderes bedeuten als „oh Gott, bring sie aber nicht mit wenn wir uns treffen!“, wird dieses Kind in 20 Jahren sicher trotzdem nicht bei einem Auftritt (es hat gefälligst Rockmusiker zu werden) sagen „Yo New York! I dedicate this song to the weird friend of my mother / father who made ‚my world a better place‘!“, oder in einem Buch über GreenIT (gibbet das in der Zukunft noch?) schreiben „und danke an Lain, die ein grosses Vorbild für mich war“. Nein, „die Welt“ wird sich einen Dreck darum scheren ob ich meinen Müll getrennt habe. Ich bin ziemlich sicher dass „die Welt“ sich auch momentan einen Dreck darum schert ob ich das Wasser abstelle während ich meine Haare wasche oder nicht. Und in einem kurzen Moment der Ehrlichkeit müsste ich ja auch zugeben dass es mich einen Dreck schert ob „die Welt“ sich einen Dreck … nuja, ihr wisst sicher wie es weitergeht.

Übrigens schreibe ich „die Welt“ deshalb in Anführungszeichen weil ich gerade nicht diese demente [Finger-Anführungszeichen-Geste] machen kann. Denn eigentlich gibt es dieses „die Welt“ (da! schon wieder!) überhaupt nicht, jeder interessiert sich nur für kleine Teile und kleine Aspekte der Welt, redet aber gerne von der Welt. Ich ja auch, geb ich zu, trotzdem, in diesem Kontext muss ich von „der Welt“ reden.

Aber ich schweife ab, die Frage ist und bleibt: Spare ich gelegentlich Wasser und kaufe Energiesparlampen weil ich persönlich der Meinung bin aus irgendwelchen Gründen genau dies tun zu müssen, tu ich das weil es irgendwie „in“ ist? Bin ich Arsch wenn ich sage dass mir eigentlich recht egal ist, was mit der Natur passiert wenn ich tot bin? Verantwortungslos? Ich will damit nicht sagen dass ich jetzt aufhöre das Wasser abzustellen oder keine Energiesparlampen mehr kaufe. Ich will damit nur sagen dass mich das zu keinem besseren oder schlechteren Menschen macht als sonst auch. Klar, ich bin ein besserer Mensch als der Typ der in seinem Elektroladen die Azubis vergewaltigt und die ganze Nacht die 500Watt Neonleuchten anlässt, aber dass ich ein besserer Mensch als der bin, liegt jetzt nicht an den Energiesparlampen. Dagegen bin ich womöglich ein schlechterer Mensch als die Frau die jeden Monat 200Euro an Ärzte ohne Grenzen spendet und 2mal die Woche ihren 20qm Garten giesst. Wasser / Energie / Benzin / whatever sparen allein ist nichts worauf man übermässig stolz sein sollte, und das Gegenteil ist nichts dessen man sich übermässig schämen müsste. Oder so.

Ach, eigentlich weiss ich gar nicht so genau was ich sagen wollte als ich angefangen hab. Doh.

Dieser Beitrag wurde unter text veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s