Mein Verhältnis zum Buch

Nuja, wir haben wieder Buchmesse. Und wir definieren mal eben „das Buch als Kulturtechnik“ neu.

Gut, wir hatten vor einiger Zeit viel Gejammer dass Online Buch Händler das Böse sind, daran haben wir uns gewöhnt und wir haben gelernt mit dem Bösen zu leben.

Sicher, einige Einzelhändler haben irgendwie die Arschkarte gezogen. Zur Verteidigung muss ich sagen dass ich persönlich glaube, dass wie bei vielen Einzelhändlern nur die leiden, die eben nicht mit kompetenter Beratung, gutem Service, etc. kompensieren konnten. Aber nun nich abschweifen und nicht über den Mädchenmarkt schimpfen.

Ich bin ein überzeugter Internet Käufer, es ist praktisch, verführerisch und so schrecklich komfortabel.

Aber: ich gehe wenn nichts Bestimmtes suche, ganz gerne mal in eine grosse Buchhandelskette (die mich regelmässig wieder enttäuscht bezüglich traurigem Sortiment). Und ich gehe regelmässig in einen sehr kleinen aber wirklich tollen Buchladen wenn ich unschlüssig nach Comics, SciFi oder Fantasy suche. Warum? Weil die Jungs dort die Bücher selber lesen, ich mittlerweile raus habe wessen Geschmack meinem ähnlich ist, die Leute dort nie länger als 1 Minute nach einem Buch suchen müssen, die Atmosphäre da drin klasse ist und sie einem ohne zu zicken alles bestellen und ab und zu auch einfach mal ein bischen Rabatt geben (übrigens bieten die auch die Bücher in gebrauchtem Zustand).

Da stinkt der Online Handel halt einfach ab. Es bringt mir nix wenn 7 Leute das Buch doof fanden, 3 toll und ich keinen kenne und nicht abschätzen kann was das nun wirklich über das Buch aussagt. Es hilft mir auch nen Dreck zu wissen, dass die Leute die sich just dieses Buch gekauft haben, auch noch einen Fön, eine Handtasche und Band 2 vom lustigen Taschenbuch gekauft haben. Die Handtasche ist hässlich, einen Fön habe ich und Band 2 vom lustigen Taschenbuch steht in der Firma auf dem Klo.

Und die neue Bedrohung heisst nun also E-Book (E-Book, the phantom menace!) Da ist zwar noch vieles offen, aber es lohnt sich auf alle Fälle schonmal Alarm zu schlagen. Dass man die E-Books auch einfach als praktische Ergänzung betrachten könnte, interessiert nicht.

Ich persönlich würde mich über handliche gut Reader freuen, utopisch wäre jetzt noch ein sinnvoller Umgang mit dem DRM damit ich meine Sachen auch mal auf dem Laptop lesen kann, aber das Leben ist halt kein Wunschkonzert. Und nein, ich will nicht einen Roman auf dem Reader lesen, ich will nicht meine Bücher durch USB Sticks oder SC Cards ersetzen… Ich will E-Books für Sachbücher, keine 5Kilo Klötze die Platz und Staub fressen und binnen 2 Jahre deprecated sind. Ich will einen Reader mit guten Lichtverhalten, Schreibfunktion um ganz old-school Notizen an den Rand zu kritzeln, Touchpad mit Stift, handliches Format und guter Akkulaufzeit und wenns geht nicht von Sony. Ich will Zeitungsabos dafür und aktuelle Handbücher zu einem akzeptablen Preis (=> weniger als das Buch). Und ich könnte wirklich damit umgehen, mein Verhältnis zu Büchern würde sich nicht ändern, ich werde weiterhin online Bücher kaufen, zum Hermke rennen und gelegentlich bei grösseren Händlern kaufen, ich werde weiterhin jeden töten der ein Buch von mir schlecht behandelt, und ich werde weiterhin keine Comics verleihen.

Versprochen, krieg ich jetzt so einen Reader und die Bookies?

p.s. Entstanden ist das ganze aufgrund von Artikeln in allen möglichen Medien, u.a. bei der SZ – Buchmarkt im Umbruch, die anderen weiss ich grad nicht und bin zu faul nachzusehen.

Dieser Beitrag wurde unter media abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s