My band is bigger than your band

we got more songs and a song collection …

So hab ich mich heute etwas gefühlt als ich „Abenteur ambulante Chemotherapie“ gespielt habe. Das ging im Warteraum schon los, da wird gefachsimpelt wer welche Sachen gespritzt bekommt, wie gut / schlecht sie die vertragen hat, was für Nebenwirkungen, etc. Pod lauter drehen hilft nur bedingt, man will ja auch gerne hören wenn die Schwester einen aus der Vorhölle entlässt.

Die nette Assistenz Ärztin hat mir einen kurzen Schrecken eingejagt weil sie ein wenig lange an meinem Port rumgefumblet hat und mehrfach nicht sicher war ob sie „da jetzt richtig drin ist“. Noch 2 mal mehr dran rum wackeln und ich hätte nach einem anderen Arzt geschrien. Hat sie dann aber noch hingekriegt, braves Mädchen.

Im Behandlungszimmer mit 4 Stühlen waren 3 bereits besetzt. Da wurde auch wieder darüber geredet wer die wievielte hat, wer was bekommt, wer seit wann … Und natürlich guckt man den Neuankömmling an wie ein Alien. Jaha, noch soooo jung, und guckt nicht leidend, und keine Perücke (ich hatte eine Mütze auf zefix), und guck mal, hat die Klebestreifen am Schuh? Und *nur* schwarze Klamotten, und dann auch noch schwarze Fingernägel … die sollte man nicht behandeln, die sollte man verbrennen! Und Hallo hat sie auch nicht gesagt. Also wird man hochgradig ungehalten gemustert und dann wird lauthals weiter lamentiert. Da hilft Pod lauter drehen dann etwas mehr. Als ich meine Spritzen bekam, hab ich höflicherweise so lange ausgemacht und kam mir vor als wären die beiden Alten mir gegenüber Kommentatoren bei RTL. „Ah, ja, die Bonbons, das ist schon gut, die helfen gegen den Beigeschmack.“ „Jaaa, aber für das was sie da kriegt braucht sie die ja noch nicht“ „Aber dann vielleicht danach“ (Zur Erklärung: die Flüssigkeiten die manuell gespritzt werden sind klar, das Etikett ist eher klein, kA woher die Alten wussten was ich da krieg – nichmal ich *weiss* so genau was ich da krieg)… Ich steh generell sehr drauf wenn über mich geredet wird als wäre ich ne dumme Ausländerin die eh kein Wort versteht. Oder war das ihr armseliger Versuch mich in die Gesprächsrunde zu integrieren? Fail …

Ich hab ja eigentlich kein Problem damit wenn sie nach Austauschmöglichkeiten suchen, aber in so einem Umfeld finde ich es etwas fragwürdig. Nehmen wir an ich sei ein zart besaitetes Sensibelchen das noch voller Panik an diese Chemo rangeht. Sollte man dann so Kommentare hören wie „ach, ja, das is jetzt mein 106. Chemo, ich hab ja nun auch Metastasen an der Wirbelsäule“ „Ich hab welche am Kopf!“ „Leber und Hüftknochen, nach 20 Jahren Ruhe“ etc etc.

Ich war kurz versucht der Leber- und Hüftknochenmetas Kandidatin ein fröhliches „you win!“ vorzujubeln, habs mir aber artig verkniffen.

Ich kann jetzt nur beten dass die nicht auch nen 3 Wochen Rhythmus haben, sonst seh ich die öfter wieder als mir lieb ist.

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