Kein Klonen!

Kennt jemand Kim Possible? Diese alberne Cartoon Serie mit dem High School Mädchen das nebenbei noch als Heldin arbeitet? Na egal, jedenfalls gibts da ihren Gegenspieler, den blauhäutigen Dr. Drakken und dessen Handlangerin Shego. In einigen Folgen versucht er immer wieder diese zu klonen, da sie als einzige seiner Handlanger etwas Kompetenz mitbringt. Vertraglich ist jedoch festgelegt dass er sie nicht klonen darf, das hält sie ihm dann regelmässig vor.

So einen Zettel, auf dem in grossen Buchstaben steht „KEIN KLONEN!“, hätte ich mir heute auch gewünscht. Termin bei der „Humangenetik“ im Bio Forschungszentrum. Das klingt erstmal ja irgendwie wie eine Abteilung der Umbrella Corporation, ist 15km unter der Erde, die Mitarbeiter haben keine Namen, nur Nummern und tragen immer Laborkittel, Handschuhe und Mundschutz. Und nach geheimen Experimenten.

War in der Hinsicht eher enttäuschend, der Eingang ist auf dem Uni Komplex, das Gebäude ist ein unspektakuläres Büroklötzchen und es gab weit und breit keinen Laborkittel.

Amüsant war der junge Mann, der aussah wie 2 Tage nach Studiumsabschluss, der mich zum Thema Brustkrebs „beraten“ wollte. Tschuldigung, wie sehr kann ich die Meinung eines jungen Kerls zu diesem Thema ernstnehmen? Das Bedenkliche daran ist, dass ich jetzt klinge als wäre ich 50, aber es ist faktisch schwierig so jemanden dann ernst zu nehmen.

Noch dazu gab es eher wenig Interessantes zu bereden. Ich musste mehrfach bestätigen dass ich importiertadoptiert bin und wirklich, ja, wirklich, keine Ahnung über meine Familie habe. Dann wurde ich ein wenig mit Statistiken beworfen, BRCA1 Gen => 81% Brustkrebs, 54% Eierstockkrebs, BRCA2 Gen => 85% Brustkrebs, 23% Eierstockkrebs, 70-75% sporadisches Auftreten, etc. etc.

Entweder ich gucke bei solchen Gesprächen immer ein wenig dümmlich oder den Ärzten wird beigebracht solche Prozentzahlen immer nochmal zu erklären, also „von zum Beispiel 100 Frauen … “ – „äh, ja, soviel Prozent Rechnen kann ich noch, danke.“

Nunja, jedenfalls soll ich mir jetzt theoretisch 4 Wochen Bedenkzeit nehmen, dann zum Arzt schlappen, Blut abgeben und dieses einschicken lassen. Das wird dann auf diese Gene überprüft und in bis zu einem halben Jahr (WTF??) bekomme ich ein Ergebnis. Mir wurde nochmal eine Psychologin empfohlen (ich muss mich bei solchen Gesprächen mal selber filmen, ich glaube ich hinterlasse da einen irreführenden Eindruck bei den Ärzten) bei der ich mich auch sehr gerne melden darf. Äh, ja, danke, fein.

Die (nicht viel ältere) anwesende Ärztin entliess mich dann mit den guten Wünschen zu einem schönen Tag und ich „solle die Sonne geniessen“ (merke: kein Selbstbräuner zu solchen Gesprächen! (das war ein Scherz!)) und ich konnte wieder gehen.

Mir fällt gerade kein triftiger Grund ein warum ich diesen Test nicht machen lassen sollte und was um Himmels willen ich jetzt mit 4 Wochen Bedenkzeit anfangen sollte. Immerhin muss ich die 4 Wochen nicht warten, ich darf den Test auch schon früher einschicken. Muss ich wohl auch, denn wenn ich für das Frühjahr 2010 eh eine OP wegen Rekonstruktion plane, wär es schon gut bis dahin zu wissen ob ich links mit abgebe oder behalte.

Nunja, die Moral von der Geschicht? Humangenetik klont wohl nicht.

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