Best. Slam. Ever.

Doch, wirklich, der letzte Dead or Alive Poetry Slam im Mainfranken Theater war der Beste bisher. Und ich dachte das letzte Finale hier wäre schon hart an der Obergrenze gewesen.

Klaus Kinski, Francois Villon, Eugen Roth und Bertold Brecht vs. Till Reiners, Susanne Rudloff, Nektarios Vlachopoulos und Max Kennel. Gut, Eugen Roth und Villon waren mir kein Begriff, Asche über mein virtuelles Haupt. Bei Nektarios hoffe ich immer noch dass es sich mindestens bei Vlachopoulos um einen Künstlernamen handelt. Da habe ich wohl zuviel Monty Python gesehen.

Aber egal, grandios. Anne Diemer, die Villon sprach, war fraglos gut, mit seinen Texten konnte ich leider am wenigstens anfangen. Eugen Roth war witzig, aber halt einfach nur witzig. Die Darstellung durch Klaus Müller-Beck jedoch sehr charmant. Klaus Kinski war eigentlich Philipp Reinheimer, nackt, wundervoll herablassend, Zeitlimitweigerer und herrlich arrogant. Sehr schön waren übrigens die Anspielungen auf jenes dieses Interview http://www.youtube.com/watch?v=c0Efhz8jxNI

Ob es notwendig war nackt durch den halben Zuschauerraum zu turnen, das sei jetzt mal dahin gestellt, wer weit genug weg sass, hat sich aber halb tot gelacht. Bernhard Stengele, diesmal als Brecht, könnte ich beim deklamieren sowieso stundenlang zuhören und zusehen.

Die Texte der Lebenden haben mir durch die Bank gut gefallen, diesmal gab es auch glücklicherweise keine krassen thematischen Unterschiede und die Vergleichsmöglichkeiten waren besser. Die Jury hat sich an und für sich korrekt verhalten, allerdings glaube ich eine Fraktion war zu faul etwas anderes als die 10 hochzuhalten. Lediglich einmal hätte ein Slammer mehr verdient als er bekommen hat. Susanne Rudloff war fast ein bischen schnell, aber intelligenter Text mit gutem Rhythmus. Der Text mit den Dichtern ohne Eier war zum brüllen komisch. Die „kleinbürgerliche“ Wut war herrlich, von der historischen Reise durch die Lyrik zur Liebe hatte ich mir mehr erhofft, war aber gut.

Insgesamt war es definitiv ein Abend der sich fürchterlich gelohnt hat für alle die da waren, und es waren viele da. Und grosses Pech für jene die es nicht geschafft haben / nichts davon wussten.

Mehr davon, jederzeit wieder. Und danke, dass das Theater hier mitmacht. Und Schande auf die Lokalmedien, die nichts darüber erzählen. (Sogar die SZ schafft es darüber zu berichten, dass das MF-Theater gleich zwei Preise bei den bayerischen Theatertagen abgegriffen hat) Ich hoffe immer noch dass im „Kulturteil“ des hiesigen Lokalblattes ein Bericht über den Slam zu finden sein wird. Ja, ich kann ganz schrecklich naiv sein. Sorry.

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