When the shit hits the fan

wird Der Fan gerne mal sehr irrational.

So ganz habe ich das Fandings rund um Sport noch nie kapiert. Wenn die Mannschaft gewinnt, heisst es „Wir waren toll!“, wenn sie verliert heisst es „die haben beschissen gespielt“. Der Fan personifiziert sich meistens nur mit dem Erfolg.

Jetzt steht die Basketballwelt in Würzburg ein wenig Kopf, seit bekannt wurde dass sich die Vereinsleitung vom Coach getrennt hat. Vor Ablauf des Vertrages. Nach Erreichen des Halbfinales.

Plötzlich schiessen überall Experten mit Insiderwissen aus dem Boden, Unverständnis, das durch wilde Spekulation bekämpft wird. Gründe und Details sind nicht bekannt, und werden wohl auch nicht bekannt gemacht werden. Plötzlich will Der Fan Details wissen, fordert mehr Informationen, pocht auf sein Recht. Huh, das klingt sehr nach dem journalistischen „Die Öffentlichkeit hat ein Recht auf …“ Sorry Der Fan, Du hast da keine Rechte. Denn Du hast auch keine Pflichten. Du hast das Recht zu den Spielen zu gehen soviel Du willst, bzw. so viel Du Dir leisten kannst. Du hast das Recht mitzufiebern, Dich zu freuen, frustriert und enttäuscht zu sein, Du hast das Recht Interesse an den Spielern zu haben, an Zukunftsplänen, an Spielertransfers, Du hast das Recht den Leuten auf Twitter, Facebook, Instagram und G+ zu folgen. Du hast das Recht T-Shirts von Ihnen zu erwerben. Du hast auch das Recht ihnen den Rücken zu kehren, egal aus welchen Gründen. Du bist der sechste Mann (oder der zwölfte, oder der siebte…), aber Du gehörst nicht zur Mannschaft, die Mannschaft und der Verein gehören nicht Dir.

Profisport. Professioneller Sport. Sport als Beruf. Sport als Geschäft. So wie Du als Kunde von Schlecker nicht das Recht hast, ihre Geschäftsunterlagen einzusehen oder ihre Einstellungspolitik zu ändern, so hast Du auch nicht das Recht in geschäftsinterne Vorgänge Deiner Lieblingsmannschaft eingeweiht zu werden.

Natürlich zeigst Du als Der Fan mehr Interesse, willst dichter dran sein, mittendrin als nur dabei. Aber ganz ehrlich, in Wahrheit geht es darum, dass Dein Lieblingsspieler möglichst noch bleibt, häufig eingesetzt wird, gut spielt. Sich nicht verletzt. Dass die Mannschaft gut spielt, schöne Matches zu sehen sind, möglichst weit kommt.

Du freust Dich wenn Du auf Twitter liest, dass Dein Favorit unter den Top X der Y gelandet ist, dass er auf Facebook Urlaubsfotos postet und seine Verlobte ganz süss ist. Und sein Hund jetzt wieder gesund ist. Obwohl so etwas die „Menschlichkeit“ betont, bist Du trotzdem nicht ihr Freund, Du hast an ihrem Leben teil, weisst vieles, aber es gibt auch eine Menge die Du nicht weisst.

Das ist auch nicht schlimm, das Verhältnis Fan – Idol ist grundlegend darauf aufgebaut. Aber egal wie toll Der Fan über alles Bescheid wissen möchte, das Geschäft geht keinen was an ausser Geschäftsleitung und Mitarbeiter.

Klar bist Du erschrocken und machst Dir Gedanken was da wohl vorgefallen sein mag. Natürlich bist Du neugierig und wüsstest gerne die Wahrheit. Aber Du hast KEIN Recht darauf, der Verein ist NICHT in der Pflicht, Dir das mitzuteilen.

Du, als Der Fan musst Dich mit dem zufrieden geben was Du bekommst, so wie ich als Fan von Büchern natürlich gerne mal fluche, dass der Herr Martin uns jahrelang auf einen Folgeband warten lässt. Aber Der Fan wartet und freut sich wenn es weiter geht. Vielleicht solltest Du das auch machen, warte einfach ab was sich da jetzt tut, wer Headcoach wird, wer Sportdirektor wird, welche Spieler bleiben und welche kommen. Wie sie sich in der nächsten Saison schlagen. Erwarte nicht den Erfolg von dieser Saison. Schiebe keine Schuld auf wen-auch-immer wenn sie nicht so gut läuft. Denn Der Fan kennt die Interna nicht. Und, das ist jetzt ganz wichtig und ganz bitter, halte Dich fest: sie gehen Dich auch nix an.

Ein Gedanke zu “When the shit hits the fan

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