Keinradwegponies

Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll, mich zu beklagen. Ich selber bin ja überwiegend Fussgängerin, bei gutem Wetter Radfahrerin, öffentliche Verkehrsmittelnutzerin und gelegentlich Beifahrerin.

Seid einiger Zeit gibt es ja recht regelmässig die Critical Mass Rides und nachdem ich mich gestern auf Twitter über Autofahrer und Radfahrer beklagt habe, wurde mir der Link zu diesem Stern TV Video geschickt. Ok, ich bin hier nicht in Köln, sondern in Würzburg.

Und ja, ich kann es verstehen, ich selber fahre gar nicht gern im Strassenverkehr, das liegt aber mehr an mir und persönlicher Unsicherheit. Ich nutze bevorzugt Radwege, und finde es regelmässig hochgradig nervig in was für einem miesen Zustand die teilweise sind. Ich sage nur Rennweg runter mit Laub, Dreck und Wurzelschäden. Oder auch die Variante Radweg neben Parkplätzen. Valentin-Becker hoch (oder runter) ist es immer wieder mal spannend ob jemand spontan ausparkt, einparkt oder Tür aufreisst. Ich wurde auch von Autofahrer_innen doof angemacht weil ich eine Einbahnstrasse hochfahre. Schön, da unten ist aber ein Schild, das Radfahrer_innen ausdrücklich erlaubt, da lang zu fahren. Pech.

Ja, manche Radwege sind oft zu schmal um überhaupt zu überholen, ich sehe manchmal Leute mit Anhänger, da ist der Radweg dann einfach dicht. Und manche Fussgänger_innen denken auch sie könnten den Radweg mit assimilieren, damit sie zu viert nebeneinander laufen können.

Ich kenne aber auch ausgewachsene Radfahrer_innen, die mit voll verkehrstüchtigen Rädern gerne mal auf dem Fussweg fahren, da platzt mir als Fussgängerin dann gerne mal der Kragen. Zumal da auch nicht von vorraus schaunden Fahren die Rede sein kann, nein, da wird fröhlich mit schöner Radgeschwindigkeit um die Ecke gefetzt.

Ja, mir sind auch schon Autos „untergekommen“ die ignorieren dass sie beim rechts abbiegen auch auf Fussgänger – und Radfahrer_innen zu achten haben und mal heiter ausscheren.

Aber all das ändert nichts daran, dass ich weiterhin nervös auf dem Radweg durch die Gegend eiern werden.

Wir verhärten ständig diese Grenzen, es ist nirgends ein Ansatz zu sehen der ein vernünftiges Miteinander verfolgt. Die Radfahrer_innen hetzen gegen Autos und Zweibeiner (mit Vierbeinern), die Autofahrer_innen gegen Räder und Zweibeiner (mit Vierbeinern) und die Fussgänger_innen gegen Autos und Räder. Es ist ein Teufelskreis. Und Trotzaktionen, egal von welcher Partei bringen da nichts.

Es müsste viel getan werden, man müsste Radwege besser halten, breiter, auf den Belag achten, man müsste Strassen die Fusswege kreuzen besser markieren, man müsste dies, man müsste jenes. Vor allem müsste man im Strassenverkehr einfach achtsamer sein, egal wieviele Räder und Beine. Man müsste bedenken dass man nie die einzige Person unterwegs ist. Dass es alle eilig haben.

Man müsste lediglich soviel Verständnis und Respekt aufbringen, wie man erwartet entgegen gebracht zu kriegen. Wir sitzen doch letztlich alle im gleichen Boot, wir wollen von A nach B, und das einigermassen zeitnah und stressbefreit.

Gegenseitiger Respekt, gegenseitiges Verständnis. Führen zu einem vernünftigen Miteinander. Für den Fall, dass mich jemand nicht verstanden hat: Achtsamkeit, Respekt, Verständnis => gutes Miteinander.

Ein Gedanke zu “Keinradwegponies

  1. Daumen hoch! Ich bin zwar nie mit dem Rad unterwegs und als Fußgänger meist nur in der gleichnamigen Zone unterwegs. Als Autofahrer habe ich sowieso die Pflicht, für die anderen Verkehrsteilnehmer mitzudenken, immerhin habe ich mit meinem Gefährt die härtere Waffe unterm Hintern. Trotzdem ist richtig: Wenn nur alle ein bisschen mit Grips und Vorausschau im Verkehr unterwegs wären, ließe sich das Miteinander eindeutig stressfreier gestalten.

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