Die Bretter, die kein Geld bedeuten

Es heisst ja „tue Unfug, und sprich darüber“, oder so ähnlich.

Kann ich, am Wochenende vom 23. bis 26. April war hier Gamefest, ein 3 Tages Event vom Computerspielmuseum und der Stiftung Digitale Spielekultur. Leider hab ich es wie üblich zu den meisten Terminen nicht geschafft weil faul. Immerhin war ich bei der Nacht des nacherzählten Spiels dabei, die war letztes Jahr bei der New Level schon ein grosser Spass.

Als der Moderator dann verkündet, dass nach den 3 bereits feststehenden Teilnehmer*n (God of War, Europa Universalis, Day Z) noch 3 Leute aus dem Publikum per Losentscheid teilnehmen können, war ich nach anhören dieser Kundgebung und 1 Bier kurz am überlegen, ob ich aus einer dummen Laune heraus nicht mitmachen sollte.

Nach einer Zigarette und dem zweiten Bier war die dumme Laune sehr aufdringlich und ich habe meinen Namen noch kurz in den Lostopf werfen lassen, nachdem ich mich vergewissert habe, dass ich in meinem Blog spicken darf, da ich unerhörterdings meine eigenen Blogeinträge nicht auswendig kann. Ja, darf ich. Nur nicht komplett ablesen bitte. Ja, versuch ich. Danke.

Meine Begleitung hielt mich davon leider auch überhaupt nicht ab, sondern befand diese Entscheidung auch noch als gut. Bei 7 Leuten im Topf bzw. Beutel war ich dann auch der Überzeugung dass das Schicksal mich gefälligst von solchen dummen Ideen abhält. Was haben wir gelernt? Das Schicksal ist eine dumme Pottsau. Der erste Name der gezogen wurde, war prompt meiner. Die Welt ist schlecht.

gamefest_blogBewaffnet mit Bier, Handy, schlecht gebundener Krawatte also auf die Bühne, während ein Teil meines Hirns noch überlegt, was hier gerade passiert. Mit Hilfe dieses Lags war ich dann auch in der Lage eine stark gekürzte Fassung dieses alten Textes zu präsentieren. Bis das Resthirn aufgeholt hatte und die Situation verstanden hatte, war ich schon wieder runter von der Bühne und konnte mich über die Don’t Starve Together Schilderung und über Kartenspielsysteme, die ich leider nicht kenne, amüsieren.

In der Pause waren dann fürchterlich nette wildfremde Leute da, die mein Text etwas nostalgisch gestimmt hatte und man fühlt sich echt alt wenn Leute sagen „hach ja, so ging es mir damals mit World of Warcraft, da war ich 16“ … damals? WoW? 16? Fu, ich bin alt … immerhin waren ein paar Leute da, die noch DAoC kannten. Ich bin nicht alleine alt …

Die Gewinner wurden mal ganz brav nicht per Jury oder sonstigen Slam-esken Verfahren gewählt, sondern das gesamte Publikum bekam Wahlkarten. Die Auswertung dieser Zahlen ging zwar gut, die Präsentation nicht ganz, für etwa 2 Sekunden war ein Spoiler zu sehen, bei dem ich kurz versucht war mir ein Loch in den Boden zu kratzen um darin zu verschwinden. Aber jut, jetzt kann ich sagen „hey, ich hab mal auf der Bühne gestanden und sogar den ersten Platz gemacht“. Und ich kann sagen ich habe eine Jahreskarte für das Computerspielmuseum. Und konnte aus PC, XBox und PlayStation Spielen wählen. Ich möchte an dieser Stelle nicht auf die Diskriminierung anderer System eingehen. Immerhin freut sich jetzt einer über Lord of War und ich darf sogar immer eine Begleitperson kostenlos mit in’s Museum nehmen. Ich sehe grosse Schmerzen auf meine Hand zukommen weil ich meiner masochistische Ader an der Painstation freien Lauf lassen kann. Ouchn incoming.

Bisschen fies war dann, dass ein Herr auf mich zukam und meine Kontaktdaten wollte. „Für das Finale, im Herbst“ – „Ääääh, ich mach sowas eigentlich gar nicht?!“ – „Ist ja noch Zeit bis dahin“

Ahem. Eine gar nicht mehr Zockerin, oder – viel schlimmer eigentlich – Casual Gamerin soll jetzt also im Herbst am Deutschlandfinale der Nacht des nacherzählten Spiels teilnehmen. Und behauptet jetzt mal ganz tapfer dass sie das sogar tut. Prost.

2 Gedanken zu “Die Bretter, die kein Geld bedeuten

  1. Painstation ohne Geldeingabe ist tatsächlich evil. Die hatten wir mal auf einer Demoparty, sie überhitzte …

    Ganz uneigennützig möchte ich mich (genderneutral) als Begleitperson anbieten.

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