More science, bitches!

Ich war jetzt auf zwei Science Slams in Berlin. Es steht 1:1. Der erste im Jahr 2015 war etwa so wie erhofft. Unterhaltsam, von Themen mit denen ich gar nichts anfangen kann (Biologie) zu Themen, die mich irgendwie interessieren (Informatik). Ausserdem gab es Vorträge über Politiker die Wurst essen, Dressgate, Gesichtsblindheit und Teilchenphysik. Die Vortragenden waren grösstenteils gut, lediglich ein Vortrag ist mir in Erinnerung geblieben mit verstörenden Folien, schwer verständlichem Vortrager und mein Hirn hat sich nach sehr kurzer Zeit verabschiedet.

Voller froher Erwartung stand ich dann also kürzlich in der Kälte um dann mit viel zu vielen Leuten zwangskuscheln zu betreiben und harrte der Vorträge die da da kamen.

Sie kamen, und die meisten liessen mich zurück mit „Häh?“ Einer hielt einen Vortrag über ein Computermodell, das den weiblichen Ei-Zyklus simuliert. Ok. Dabei fiel oft der sehr beliebte Begriff „sexistische Kackscheisse“ und irgendwie soll das ganze dann helfen um Kinder zu kriegen. Soweit, so hilfreich. Unterhaltsam, etwas inhaltsarm.

Eine Dame bewarb ihr neues Buch und war nebenbei wohl Linguistin. Die Forschung bezog sich auf die gesellschaftliche Entwicklung der deutschen Sprache unter Einfluss von „Kurzdeutsch“ (the language formerly known as türkendeutsch). Unterhaltsam, keinerlei Information wie die Forschung ablief, ausser vielleicht viel Zeit mit einem Diktiergerät in diversen Stadtteilen zu verbringen. Kurz, inhaltsarme Werbeaktion für ein Buch.

Meinen Aussetzer hatte ich bei einem Vortrag in dem eine Frau über Hexen. Wurde als Forschungsarbeit angekündigt. Nach etwa 2 Minuten dachte ich „zefuck? Dafür kriegt die Geld?“ Der Inhalt lässt sich in wenigen Worten so wieder geben.

Ich finde Hexen total spannend und hab mal eine Stunde gegooglet. Also Hexen gibt es auch ganz viele in Berlin, ausserdem sind die total feministisch und voll naturverbunden. Und echt voll spannend. Total interessant. Guckt, ich habe ein paar Punkte in einer Karte gemacht. Ausserdem feiern die auch voll oft, manchmal richtig geheimnisvoll und so. Hier sind ein paar Fotos. Echt total spannend. Hexen! Yay!

Das ganze in 10 Minuten Geschwurbel gepackt. My brain hurt.

Ein Vortrag, bzw. eine Werbeaktion für ein Magazin, das die ähm, ja, Forschung, über die erfolgreichsten Printmagazine in Deutschland umsetzt. Die Datenbasis umfasste dann also TV Zeitschriften, Politik-Magazine, Lifestyle und so ziemlich alles. Prima Vergleich. Warum? Vermutlich weil sie es können. Gelernt habe ich dass das häufigste Titelmotiv eine blonde Frau in weissem Oberteil ist. Zumindest bei TV Zeitschriften. Das Magazin, das die Daten enthält, listet also viel Statistik, warum auf Seite 8 mehr Lifestyle also Sport ist, und warum auf Seite 10 so viel Werbung sein darf. Wofür das ganze gut sein soll? Ich habe keine Ahnung. War so mittelunterhaltsam.

Ein nett gemachter Vortrag über Forschung an E.Coli Bakterien. Keine Ahnung warum.

Gewinner war ein Gesundheitsökonom der über Krankenhaus-Zuschüsse bei Geburten in bestimmten Gewichts- und Risikoklassen erzählt hat. Interessant. Verdient gewonnen, weil der rundeste Vortrag.

Ich war insgesamt reichlich underwhelmed, und fürchte ich muss jetzt noch mindestens ein weiteres Mal im Lido zwangskuscheln um herauszufinden ob der eine gute Abend oder der eher verschwendete Abend Standard für die Science Slams ist. Ich hoffe mal ich kriege eher wieder so etwas wie 2015 vorgesetzt.

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2 Gedanken zu “More science, bitches!

    • der ist ein klein wenig gemein 😉
      Klar, man weiss nie so recht was einen da erwartet, aber manchmal find ich Sicherheit schon toll, gerade bei so gequetschte-Sardinen-vollen Events wär es schon schön wenn es sich wirklich lohnen würde

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