More science, bitches!

Ich war jetzt auf zwei Science Slams in Berlin. Es steht 1:1. Der erste im Jahr 2015 war etwa so wie erhofft. Unterhaltsam, von Themen mit denen ich gar nichts anfangen kann (Biologie) zu Themen, die mich irgendwie interessieren (Informatik). Ausserdem gab es Vorträge über Politiker die Wurst essen, Dressgate, Gesichtsblindheit und Teilchenphysik. Die Vortragenden waren grösstenteils gut, lediglich ein Vortrag ist mir in Erinnerung geblieben mit verstörenden Folien, schwer verständlichem Vortrager und mein Hirn hat sich nach sehr kurzer Zeit verabschiedet.

Voller froher Erwartung stand ich dann also kürzlich in der Kälte um dann mit viel zu vielen Leuten zwangskuscheln zu betreiben und harrte der Vorträge die da da kamen.

Sie kamen, und die meisten liessen mich zurück mit „Häh?“ Einer hielt einen Vortrag über ein Computermodell, das den weiblichen Ei-Zyklus simuliert. Ok. Dabei fiel oft der sehr beliebte Begriff „sexistische Kackscheisse“ und irgendwie soll das ganze dann helfen um Kinder zu kriegen. Soweit, so hilfreich. Unterhaltsam, etwas inhaltsarm.

Eine Dame bewarb ihr neues Buch und war nebenbei wohl Linguistin. Die Forschung bezog sich auf die gesellschaftliche Entwicklung der deutschen Sprache unter Einfluss von „Kurzdeutsch“ (the language formerly known as türkendeutsch). Unterhaltsam, keinerlei Information wie die Forschung ablief, ausser vielleicht viel Zeit mit einem Diktiergerät in diversen Stadtteilen zu verbringen. Kurz, inhaltsarme Werbeaktion für ein Buch.

Meinen Aussetzer hatte ich bei einem Vortrag in dem eine Frau über Hexen. Wurde als Forschungsarbeit angekündigt. Nach etwa 2 Minuten dachte ich „zefuck? Dafür kriegt die Geld?“ Der Inhalt lässt sich in wenigen Worten so wieder geben.

Ich finde Hexen total spannend und hab mal eine Stunde gegooglet. Also Hexen gibt es auch ganz viele in Berlin, ausserdem sind die total feministisch und voll naturverbunden. Und echt voll spannend. Total interessant. Guckt, ich habe ein paar Punkte in einer Karte gemacht. Ausserdem feiern die auch voll oft, manchmal richtig geheimnisvoll und so. Hier sind ein paar Fotos. Echt total spannend. Hexen! Yay!

Das ganze in 10 Minuten Geschwurbel gepackt. My brain hurt.

Ein Vortrag, bzw. eine Werbeaktion für ein Magazin, das die ähm, ja, Forschung, über die erfolgreichsten Printmagazine in Deutschland umsetzt. Die Datenbasis umfasste dann also TV Zeitschriften, Politik-Magazine, Lifestyle und so ziemlich alles. Prima Vergleich. Warum? Vermutlich weil sie es können. Gelernt habe ich dass das häufigste Titelmotiv eine blonde Frau in weissem Oberteil ist. Zumindest bei TV Zeitschriften. Das Magazin, das die Daten enthält, listet also viel Statistik, warum auf Seite 8 mehr Lifestyle also Sport ist, und warum auf Seite 10 so viel Werbung sein darf. Wofür das ganze gut sein soll? Ich habe keine Ahnung. War so mittelunterhaltsam.

Ein nett gemachter Vortrag über Forschung an E.Coli Bakterien. Keine Ahnung warum.

Gewinner war ein Gesundheitsökonom der über Krankenhaus-Zuschüsse bei Geburten in bestimmten Gewichts- und Risikoklassen erzählt hat. Interessant. Verdient gewonnen, weil der rundeste Vortrag.

Ich war insgesamt reichlich underwhelmed, und fürchte ich muss jetzt noch mindestens ein weiteres Mal im Lido zwangskuscheln um herauszufinden ob der eine gute Abend oder der eher verschwendete Abend Standard für die Science Slams ist. Ich hoffe mal ich kriege eher wieder so etwas wie 2015 vorgesetzt.

Die Bretter, die kein Geld bedeuten

Es heisst ja „tue Unfug, und sprich darüber“, oder so ähnlich.

Kann ich, am Wochenende vom 23. bis 26. April war hier Gamefest, ein 3 Tages Event vom Computerspielmuseum und der Stiftung Digitale Spielekultur. Leider hab ich es wie üblich zu den meisten Terminen nicht geschafft weil faul. Immerhin war ich bei der Nacht des nacherzählten Spiels dabei, die war letztes Jahr bei der New Level schon ein grosser Spass.

Als der Moderator dann verkündet, dass nach den 3 bereits feststehenden Teilnehmer*n (God of War, Europa Universalis, Day Z) noch 3 Leute aus dem Publikum per Losentscheid teilnehmen können, war ich nach anhören dieser Kundgebung und 1 Bier kurz am überlegen, ob ich aus einer dummen Laune heraus nicht mitmachen sollte.

Nach einer Zigarette und dem zweiten Bier war die dumme Laune sehr aufdringlich und ich habe meinen Namen noch kurz in den Lostopf werfen lassen, nachdem ich mich vergewissert habe, dass ich in meinem Blog spicken darf, da ich unerhörterdings meine eigenen Blogeinträge nicht auswendig kann. Ja, darf ich. Nur nicht komplett ablesen bitte. Ja, versuch ich. Danke.

Meine Begleitung hielt mich davon leider auch überhaupt nicht ab, sondern befand diese Entscheidung auch noch als gut. Bei 7 Leuten im Topf bzw. Beutel war ich dann auch der Überzeugung dass das Schicksal mich gefälligst von solchen dummen Ideen abhält. Was haben wir gelernt? Das Schicksal ist eine dumme Pottsau. Der erste Name der gezogen wurde, war prompt meiner. Die Welt ist schlecht.

gamefest_blogBewaffnet mit Bier, Handy, schlecht gebundener Krawatte also auf die Bühne, während ein Teil meines Hirns noch überlegt, was hier gerade passiert. Mit Hilfe dieses Lags war ich dann auch in der Lage eine stark gekürzte Fassung dieses alten Textes zu präsentieren. Bis das Resthirn aufgeholt hatte und die Situation verstanden hatte, war ich schon wieder runter von der Bühne und konnte mich über die Don’t Starve Together Schilderung und über Kartenspielsysteme, die ich leider nicht kenne, amüsieren.

In der Pause waren dann fürchterlich nette wildfremde Leute da, die mein Text etwas nostalgisch gestimmt hatte und man fühlt sich echt alt wenn Leute sagen „hach ja, so ging es mir damals mit World of Warcraft, da war ich 16“ … damals? WoW? 16? Fu, ich bin alt … immerhin waren ein paar Leute da, die noch DAoC kannten. Ich bin nicht alleine alt …

Die Gewinner wurden mal ganz brav nicht per Jury oder sonstigen Slam-esken Verfahren gewählt, sondern das gesamte Publikum bekam Wahlkarten. Die Auswertung dieser Zahlen ging zwar gut, die Präsentation nicht ganz, für etwa 2 Sekunden war ein Spoiler zu sehen, bei dem ich kurz versucht war mir ein Loch in den Boden zu kratzen um darin zu verschwinden. Aber jut, jetzt kann ich sagen „hey, ich hab mal auf der Bühne gestanden und sogar den ersten Platz gemacht“. Und ich kann sagen ich habe eine Jahreskarte für das Computerspielmuseum. Und konnte aus PC, XBox und PlayStation Spielen wählen. Ich möchte an dieser Stelle nicht auf die Diskriminierung anderer System eingehen. Immerhin freut sich jetzt einer über Lord of War und ich darf sogar immer eine Begleitperson kostenlos mit in’s Museum nehmen. Ich sehe grosse Schmerzen auf meine Hand zukommen weil ich meiner masochistische Ader an der Painstation freien Lauf lassen kann. Ouchn incoming.

Bisschen fies war dann, dass ein Herr auf mich zukam und meine Kontaktdaten wollte. „Für das Finale, im Herbst“ – „Ääääh, ich mach sowas eigentlich gar nicht?!“ – „Ist ja noch Zeit bis dahin“

Ahem. Eine gar nicht mehr Zockerin, oder – viel schlimmer eigentlich – Casual Gamerin soll jetzt also im Herbst am Deutschlandfinale der Nacht des nacherzählten Spiels teilnehmen. Und behauptet jetzt mal ganz tapfer dass sie das sogar tut. Prost.

Mit Jochen Malmsheimer am Anfang von alles

Ich kannte den Herrn Malmsheimer ja bisher primär als zeterigen Hausmeister in der Anstalt und aus einzelnen youTube Videos. Gestern durfte ich ihn dann mal live sehen, und war völlig hingerissen. Grossartiger Mann. Die gefühlte halbe Stunde erwies sich dann als etwa zwei Stunden und das Gehirn war leider so überwältigt, dass es sich nichts merken konnte. Ich stand stellenweise mit einem Bein im Grab wegen Erstickungstod durch Gelächter.

Aber ehrlich, wer die Chance hat das zu erleben, sollte das unbedingt wahrnehmen. Mimik und Körpersprache sind auch auf den billigen hinteren preisgünstigeren und bühnenfernen Plätzen gut zu verfolgen und seine „Charmanz“ füllt den Raum. Ein prosaisches Meisterwerk der unglaublich clever getarnten Kritik, Wortwitz dem man kaum folgen kann und ein schöner Mann um die 50. Was will man mehr von einem Abend?

Keinradwegponies

Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll, mich zu beklagen. Ich selber bin ja überwiegend Fussgängerin, bei gutem Wetter Radfahrerin, öffentliche Verkehrsmittelnutzerin und gelegentlich Beifahrerin.

Seid einiger Zeit gibt es ja recht regelmässig die Critical Mass Rides und nachdem ich mich gestern auf Twitter über Autofahrer und Radfahrer beklagt habe, wurde mir der Link zu diesem Stern TV Video geschickt. Ok, ich bin hier nicht in Köln, sondern in Würzburg.

Und ja, ich kann es verstehen, ich selber fahre gar nicht gern im Strassenverkehr, das liegt aber mehr an mir und persönlicher Unsicherheit. Ich nutze bevorzugt Radwege, und finde es regelmässig hochgradig nervig in was für einem miesen Zustand die teilweise sind. Ich sage nur Rennweg runter mit Laub, Dreck und Wurzelschäden. Oder auch die Variante Radweg neben Parkplätzen. Valentin-Becker hoch (oder runter) ist es immer wieder mal spannend ob jemand spontan ausparkt, einparkt oder Tür aufreisst. Ich wurde auch von Autofahrer_innen doof angemacht weil ich eine Einbahnstrasse hochfahre. Schön, da unten ist aber ein Schild, das Radfahrer_innen ausdrücklich erlaubt, da lang zu fahren. Pech.

Ja, manche Radwege sind oft zu schmal um überhaupt zu überholen, ich sehe manchmal Leute mit Anhänger, da ist der Radweg dann einfach dicht. Und manche Fussgänger_innen denken auch sie könnten den Radweg mit assimilieren, damit sie zu viert nebeneinander laufen können.

Ich kenne aber auch ausgewachsene Radfahrer_innen, die mit voll verkehrstüchtigen Rädern gerne mal auf dem Fussweg fahren, da platzt mir als Fussgängerin dann gerne mal der Kragen. Zumal da auch nicht von vorraus schaunden Fahren die Rede sein kann, nein, da wird fröhlich mit schöner Radgeschwindigkeit um die Ecke gefetzt.

Ja, mir sind auch schon Autos „untergekommen“ die ignorieren dass sie beim rechts abbiegen auch auf Fussgänger – und Radfahrer_innen zu achten haben und mal heiter ausscheren.

Aber all das ändert nichts daran, dass ich weiterhin nervös auf dem Radweg durch die Gegend eiern werden.

Wir verhärten ständig diese Grenzen, es ist nirgends ein Ansatz zu sehen der ein vernünftiges Miteinander verfolgt. Die Radfahrer_innen hetzen gegen Autos und Zweibeiner (mit Vierbeinern), die Autofahrer_innen gegen Räder und Zweibeiner (mit Vierbeinern) und die Fussgänger_innen gegen Autos und Räder. Es ist ein Teufelskreis. Und Trotzaktionen, egal von welcher Partei bringen da nichts.

Es müsste viel getan werden, man müsste Radwege besser halten, breiter, auf den Belag achten, man müsste Strassen die Fusswege kreuzen besser markieren, man müsste dies, man müsste jenes. Vor allem müsste man im Strassenverkehr einfach achtsamer sein, egal wieviele Räder und Beine. Man müsste bedenken dass man nie die einzige Person unterwegs ist. Dass es alle eilig haben.

Man müsste lediglich soviel Verständnis und Respekt aufbringen, wie man erwartet entgegen gebracht zu kriegen. Wir sitzen doch letztlich alle im gleichen Boot, wir wollen von A nach B, und das einigermassen zeitnah und stressbefreit.

Gegenseitiger Respekt, gegenseitiges Verständnis. Führen zu einem vernünftigen Miteinander. Für den Fall, dass mich jemand nicht verstanden hat: Achtsamkeit, Respekt, Verständnis => gutes Miteinander.

Schön war’s, danke

Nun ist sie aus, die Basketballsaison für die s.Oliver Baskets. Es ist sowieso immer wieder mal erstaunlich, dass ich mich überhaupt dafür interessiere und die letzte Saison tatsächlich bei fast jedem Heimspiel dabei war. Und dabei einen gewissen Enthusiasmus an den Tag lege.

Nun ja, dieses Jahr keine Playoffs, und ich bin nicht einmal enttäuscht, warum auch? Bei dem Verletzungspech, das es diese Saison gab ist das überhaupt keine Schande. Ich sag nur Ersatzspieler für Verletzte die sich nach dem zweiten Spiel verletzen. Ja wunderbar. Und trotzdem haben sie sich bis zuletzt im Rennen und die ersten 8 Plätze gehalten. Ich will gar nicht an die Knoten denken, die ich die letzten Spiele im Hirn hatte. „Also wenn Bonn jetzt verliert, und Hagen gewinnt, dann könnten wir noch, aber nur wenn Frankfurt auch morgen … allerdings trägt Herr Schröder heute weiss …“ Schlimm, vor allem für Leute mit so einer Mathe-Allergie wie ich sie habe.

Witzig nebenbei: die Frau Moggadodde erzählt mir ernsthaft für so etwas hätte sie nicht den Nerv. Die! Die Erfinderin des Hemdenorakels! Die sich eine Matrix malt bei welchem Spiel der Coach welche Hemdfarbe getragen hat, dies dann noch auseinander schlüsselt in Heim- und Auswärtsspiele.

Das letzte Spiel gegen Bamberg war völlig in Ordnung, die Verabschiedung von Herrn Henneberger war sehr nett. Schönes Video, nette Worte, und es war schon ein wenig rührend zu sehen wie er da mit feuchten Augen steht und guckt. Schade fand ich, dass die Begeisterung der Fans nicht so gegeben war wie bei manch anderen Spielen. Vielleicht gewöhnen sie sich auch ab schon zu Beginn die Schiedsrichter auszupfeifen. Allerdings sollte ich mich da nicht aus dem Fenster lehnen, ich sag nur „Deine Mudda ist der Boris Schmidt unter den Zuschauern!“

Jetzt haben wir also noch etwas Ruhe, können mit viel unpersönlichem Interesse die Playoffs verfolgen und schaffen es vielleicht auch uns von Verhandlungsgerüchten nicht mitreissen zu lassen. Das wird nur bedingt klappen, neugierig bin ich durchaus. Ich könnte mich an einen Kader mit Robinson, Anderson und McKinney durchaus gewöhnen … und mal sehen was das klebersche Knie so treibt.

Hab ich was gelernt? Ja, nicht mehr schönen Dunk lesen, das macht Kopfschmerzen. Für das nächste BBL Manager Spiel gab es auch Lernprozess, da hat es ja überhaupt nicht unter die erhofften ersten 1500 gereicht. Für’s erste Mal und mit meinem jetzt-gar-nicht-mal-so-fundierten Grundwissen und dem fröhlichen Ignorieren von Tipps von Leuten mit mehr Ahnung ist das schon ok.

Ach, und ich gewöhne mich daran wenigstens für eine Sportart ein bisschen Interesse zu haben. (Gruselig war allerdings bei Freunden zu sein, dort kurz nebenbei ein Spiel zu gucken und sich dabei erwischen, dem Bekannten völlig gelassen Zusatzinfos zu den Spielern zu geben)

Also, ich danke für eine schöne Saison, bis zum Herbst dann.

Nice to smell you again

Popcorn. Parfum. Bier. Schweiss. Gummi. Aftershave. Mehr Schweiss. Der Geruch ist vertraut, fühlt sich aber nicht an wie etwas was ich vermisst hätte. Gleiches gilt für die Musik. Und den Klatschpappenlärm.

Aber egal. Hauptsache wieder Normalbetrieb. Neue Saison, quasi neuer Trainer, neue Spieler, und hey, sogar eine neue Anzeigetafel. Ärgerlich ist die Verdrängung dass Feiertag ist und einen die öffentlichen Verkehrsmittel mal schön hängen lassen. Also völlig dekadent mit Taxi zur Halle. Ich hab’s ja (gehabt, jetzt nicht mehr). Auf dem Weg noch hektisch fanschaltragende Läufer beobachten die eigentlich noch entspannt Zeit haben, aber wohl den Schweissgeruch unterstützen wollen und  hin rennen.

In der Halle hat sich wenig geändert, die Absperrungen hat man in den Vorspielen schon gesehen, die Sitzordnung irritiert kurz weil der Livetickermann jetzt auf der anderen Seite sitzt. Die Auswärtstrikots der Bayreuther sind übrigens hübsch. Allerdings kenn ich wenig das schwarz ist, das ich nicht hübsch finde. Mit Ausnahme von Nacktkatzen, Spinnen und vielleicht Seekühen.

Ja, wenn jetzt die Nebelmaschine nicht so gesifft hätte, müsste der arme Kerl mit dem Wischmop jetzt nicht hingebungsvoll die Ecke abschrubbern, bei der unser Jacobson sich schon eben fast auf die Schnauze gelegt hätte und beim zweiten Mal sehr empört gestikulierend wieder weggerannt ist. Noch schöner wäre, wenn der Bub nicht direkt vor meiner Nase stehen würde, während er auf Putzzeug wartet.

Viel schöner wäre, wenn der Jacobson seine Alleingänge unter dem Korb auf erfolgreich umsetzen würde. Jedesmal wenn der McNaughton was macht, schiesst mir der Gedanke durch den Kopf „Reiss dich zusammen Alter, so billig warst du gar nicht!!“. Ich gebe dann jedoch auf mir über die Punkte im Beko BBL Manager Sorgen zu machen. Mehr Sorgen mache ich mir um die Jungs. Eventuell haben mir die Bayreuther gerade meinen Center kaputt gemacht. Schöne Auswärtstrikots hin oder her, das geht so gar nicht.

Liebes Dance Team, wenn ihr keine richtigen PomPoms bekommt, lasst diese Lametta-Wedel weg, das macht nur Sauerei, das Parkett soll nicht aussehen als hätte da eben noch ein Christbaum gestanden.

Lieber Jason, wenn der andere Center wegen Verletzung raus ist, darfst du nicht wie ein kleiner Junge auf dem Pausenhof Leute rum schubsen wenn du eh schon bei 3 Fouls bist. Topscorer hin oder her. Lieber Jason, toll, du hast dich gerade selbst raus katapultiert wegen Fouls und immerhin 1 von 6 Freiwürfen umgesetzt, wenn du nicht so schrecklich gross und schrankig wärst, würde ich dir gerne in den Hintern treten.

Alex King, hach, danke, manchmal hat der einfach tolle Treffer wenn es genau nötig ist.

Warum hatte ich nochmal auf Bailey verzichtet? Ach, vermutlich wegen zu teuer. Mist. Dieser Simon Schmitz ist mir auch hochgradig unsympathisch. Was rein gar nichts mit Neid zu tun hat. Das Bayreuther Fanplakat „Yes we Cain“ war übrigens nett. Haben auch akkustisch recht gut dagegen gehalten. Das Verlieren hat gar nicht sooo weh getan, immerhin war es ein spannendes Spiel. Mit der einen oder anderen Ärgerlichkeit.

Naja, jetzt also hoffen dass der Chris nicht wirklich verletzt ist, das Crossover Team die Punkte bald im Manger online hat, kurz gehässig über das Bayernspiel kichern und hoffen dass das nächste Spiel besser läuft.

Wir riechen uns nächste Woche wieder.

Lost in Music

So könnte man das bei 4 Tagen Umsonst & Draussen schon bezeichnen.

Aufgrund suboptimaler Planung und Bedrohung durch Fussballspiele konnte ich leider nur zwei Tage davon wirklich ausnutzen, macht aber nix, Füsse haben trotzdem geschmerzt.

Ich bin ja bei Musik manchmal etwas kompliziert, das U&D ist jedoch wirklich eines der Events bei dem ich immer etwas finde, was mich glücklich macht.

Dieses Mal zum Beispiel die Jungs von Godzilla was a friend of mine … klingen ein wenig wie At the Drive-In bzw. Mars Volta, eine angenehme Art des etwas unberechenbaren Post-Core Indie Rock (oder wie auch immer man so eine Musik derzeit nennt, ich bin da ja so ein bisschen raus)

Im Anschluss Willie Tanner, deren MySpace Seite lautet ‚Willie Tanner rocks‘, nunja, ich hab Alfs Pflegevater zwar immer viel Sympathie entgegengebracht, aber ‚der rockt!‘ wäre mir bei dem sicher nie eingefallen. Zum Glück kann man das von der Band nicht sagen. Gerüchten zufolge werden sie nicht gerne mit Guano Apes verglichen, dann lass ich das jetzt mal und verweise nur auf angenehm rustikalen Rock mit einer Leadsängerin, die die Haare schön hat (wenn man pinkblond und lang mag), und eine beeindruckend kräftige und rotzige Stimme hat, da geht bestimmt noch was mit denen.

Im vorbeilaufen ein paar Takte von Under Influence auf der U25 Bühne abgegriffen, joar, ich werd wohl alt, ich kann mit dieser Korn / Slipknot / Disturbed Schiene einfach nicht mehr so richtig. Ok ok, ich bin schon alt, sorry.

Herrlich angenehm waren Famarama, schöne Soulstimme, jetzt noch weniger Cover und mehr Eigenproduktion und da steckt echt was drin. Sehr süss war die Ansage „ich stell euch jetzt mal die Band vor“. Bei einem Duo klingt das irgendwie … drollig. Nachdem die Dame dann auch während den 20 Minuten Auftritt etwa viermal erwähnt hat, dass sie eine Facebookseite haben, war ich brav liken, ich hatte Angst sie sagt es sonst nochmal 🙂

Zu meinem Unmut sind mir Of Mountains & Seas entgangen, die hätten mich sehr interessiert, statt dessen hab ich dann das krasse Gegenprogramme  Cäthe angeguckt. Die haben auch eine eigene Website, aber die ist so schrecklick flashig, dass ich sie hier nicht verlinken will. Schöne Musik, hyperaktive Sängerin mit wirklich wirklich guter Stimme und intelligenten Texten. Für mich so die typische Band, die ich mir liebend gerne live ansehe, aber nicht zuhause auf Platte haben muss.

Bei Tallulah Rendall hatte ich entweder höhere Erwartungen oder war aufgrund der Gespräche zu sehr abgelenkt, schwer zu sagen. Ein weiteres Ärgernis war das Verpassen von Hellsongs, Schweden die sich mit Akkustikgitarren und einer zarten Frauenstimme dem Thema Metal und Rock stellen. Interessant, nicht jedermanns Sache und meine sicherlich nicht oft, aber so als Abschluss wär es sicher schön gewesen.

Sonntag war dann der eigentliche Feiertag des 25jährigen Geburtstags, jede Menge Künstler die vor einigen Jahren schon auf diesen Bühnen standen und sich nochmal eingefunden haben. Mir persönlich haben da die Steve Roscoe Band mit einer tollen Blues-Stimme und Four Wheel Drive – ich hab mich gefühlt als wäre ich 16 – am Besten gefallen.

Insgesamt wie jedes Jahr, sehr gute Bandauswahl, nicht nur wegen ihrer Musik, sondern wegen der Freude, die Künstler an den Auftritten haben, das gilt für die U25 Bühne genauso wie für die erfahreneren Künstler auf den großen Bühnen, „die wollen doch nur spielen“.

Mindestens ein Freund von mir ist durchaus willens nächstes Jahr wieder zu kommen, vor allem nach dem Kaffeezelt.

Spontan würden mir für nächstes Jahr nur zwei Verbesserungsvorschläge einfallen. 1) Mehr Kuchen!! und 2) Regenjacken mit U&D Logo?

Ansonsten danke für Orga, eigentlich recht gutes Wetter, Bändchen, gute Musik und das übliche grosse Lob an die ganzen eher unauffälligen Leute, die Fahrradbewacher, die Menschenbewacher, die Klobewacher- und Aufräumer, das Team an den Kaffeemaschinen, die Techniker, die armen Auf- und Abbauleute und halt einfach alle die damit mehr zu tun haben als ich fauler Konsument.

Ich erspare euch jetzt den Anblick irgendwelcher Handybilder, Gerüchten zufolge liefen eine Meute Blogger über den Platz mit Kameras im Wert von 3-4 Macbooks und mehr Gewicht als ein Sixpack Bier.

Einfach mal hier auf dem udwue Blog schauen, die Bilder werden verlinkt bzw. wurden teils schon verlinkt.

p.s: Danke an die Jungs von Four Wheel Drive die einen U&D Song mit auf’s U&D gebracht haben!