Versuch macht Fluch

Ich bin ja eine überzeugte Vertreterin von „ich probier das mindestens einmal aus, wie ich denke, falle damit auf die Fresse und schaue dann trotzdem nicht im Internet nach wie es gehört“

Das gilt für so ziemlich alles was ich ausprobiere. So auch für die „Used Look an Holz“ Versuche, die ich in den letzten Tagen betrieben habe. Denn Moppe kommt im hässlichen unbehandelten Birkensperrholz Kleid an.

Versuch eins war ein sehr unexperimentelles Lackieren, grob schwarz drüber lackieren und einzelne Stellen mit Sandpapier bearbeiten bis die Schicht darunter zum Vorschein kommt. Geht. Ist unspektakulär.

Versuch zwei war dann Reiss-Lack, von Hobbyline. Dunkelbraun, dann Effektlack mit sehr groben Pinsel, dann weiss. Hmpf. Ich hätte nun schon zu Beginn daran denken können, dass die Deckkraft von weiss über dunkelbraun eine Herausforderung darstellt. Aber soviel logisches Denken ist manchmal auch ein klein wenig viel verlangt.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Effektlack eine unangenehm glatte Fläche hinterlässt, diese gleichmässig deckend zu streichen ist gar nicht so einfach. Die Lackschicht mit Sandpapier zu bearbeiten schien mir aber noch doofer als weiss über braun zu streichen.

Was habe ich daraus gelernt? Der Effektlack reisst an sich prima, aber muss sicher beim nächsten Mal mit mehr Vorsicht, gezielter und mit kleinerem Pinsel eingesetzt werden. Wünschenswert wäre dass die Risse dann auch feiner sind.

Und so sehr ich die Acrylfarben von Reeves mag, als letzte Farbschicht über so einem Untergrund sind sie mir zu „schmierig“. Also nächstes mal andere Farbe als Oberschicht, andere Marke. Wer stellt mir jetzt noch 2 – 4 Moppes, bis ich das perfektioniert habe?

 

Entwicklung der Risse nach ca. 2 Stunden

Entwicklung der Risse nach ca. 2 Stunden

2-3 Stunden nach Effektlack

2-3 Stunden nach Effektlack

Endergebnis Korpus

Endergebnis Korpus

Endergebnis

Endergebnis

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Da wohnen sie jetzt

Kinderspielzeug als Therapie

20120613-214813.jpg Es soll Leute geben, die treiben Sport um den Kopf frei zu kriegen. Pfui sag ich da. Das muss auch anders gehen. Und nein, Drogen sind da auch nicht ideal.

Für mich als Gelegenheitsautistin ist das nix. Viel besser sind da Bügelperlen. Die kann man erstmal tagelang nach Farbe sortieren, das beruhigt ungemein. Ist aber schlecht für den Rücken. Und ja, es gibt Leute, die reagieren darauf mit Sätzen wie „was? Damit hab ich im Kindergarten gespielt!“ Selbst schuld. Ich nicht. Ehrlich gesagt kannte ich dieses Zeug bis vor einem Jahr gar nicht. Ähem. Und hundertpro habt ihr keine coolen Sachen damit gemacht.

Zugegeben, cool ist ein bisschen auch Frage der Definition. Aber trotzdem.

Ich dagegen kann jetzt Ponies, Pacman-Kühlschrankmagneten, Angry Birds und Untersetzer.

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Und kriege zeitgleich den Kopf frei, man muss sich dabei nicht sonderlich konzentrieren, aber erwas aufpassen, kann seinem Zählzwang freien Lauf lassen und hat allen Grund der Welt darauf zu achten, dass alles hübsch eckig ist (und ich muss den Rechteck-Wahn mal nicht am Schnitzel ausleben).

All das sorgt im Laufe eines Abends dafür, dass ich weniger rauche, nicht über nervige Dinge nachdenke, mich entspanne (bis auf den Rücken), wundervoll verdränge dass Fussball läuft um dann verwirrt zu merken dass in der Nachbarschaft mehr schlecht als recht gesungen wird und die Zeit erstaunlich schnell vergeht. Und das alles ohne Alkohol! Und gleichzeitig auch ohne viel zu teure Computerspiele (nimm das Blizzard!!) Und ohne meinen Handyakku leer zu spielen (nimmdas Aple!!)

Ausserdem sitze ich nicht blöde vor dem Fernseher und verliere wieder Gehirnzellen ans Privatfernsehen und kann in Ruhe Musik hören und mich wundern was ich noch alles an Musik besitze und nur jahrelang nicht mehr gehört habe. Erinnert sich noch jemand an Boy sets Fire?
Das Preis-Leistungsverhältnis spricht also auch arg pro Kinderspielzeug und kontra Games.

Und ein hübscher Nebeneffekt ist, dass man endlich mal alte karierte Blöcke los wird.

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So viele Wins auf einmal. Und dann auch noch Untersetzer.

p.s. die WordPress App für den pad saugt grosse Zeit.

Die kleine Lain und das Mysterium der vibrierenden Hand

(Hach, das gibt wieder herrlich doofe Suchbegriffe die sehr enttäuscht hier landen)

Ja ne sorry, ist völlig harmlos. Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es keine Sauerein zu sehen.

Also, ich hab mir ja vor einigen Tagen einen iPad zugelegt (Stichwort greed computing), mir eine Hülle mit Rückendeckung ausgesucht – sorry, smart cover und Hülle find ich unhandlich – und einen Stift.

Die Sachen sind alle gekommen, soweit so schön, funktioniert auch alles, ist aber wieder vom Grundkonzept her gelinde gesagt undurchdacht.

Stift: Drehkappe, keinerlei Befestigungsmöglichkeit. Nun mag es ja gerne Leute geben, die im Leben nur eine Tasche verwenden und alles immer darin an fixen Orten unterbringen. Schön für diese Leute. Bin ich aber nicht, ich bin eher ein Verlierer. Stift, der nur für kapazitive Screens taugt? Den verlier ich ja quasi schon zu Hause.

Oder die Hülle. Schön, ich weiss nicht ob andere ihre Fettfinger besser im Griff haben, ich fasse das Teil zweimal an und man muss kein Forensiker sein um zu erkennen was ich getan habe. Also wäre es ja schon praktisch ein Tuch dabei zu haben, das Display ist einfach zu gross um es mit T-Shirt abzuwischen. Oder schnell mal am Hosenbein, wie ich das mit dem Handy gerne tue.

Natürlich hat die Hülle keinerlei Einsteckfächer oder sowas, wäre ja zu praktisch.

Stiftproblem wurde gelöst mit Hilfe eines Bohrers.

Teil zwei war insgesamt wesentlich mühseliger. Gummiband, Heisskleber und zwei so Klemmdingers, von denen ich keine Ahnung habe, wie die offziell heissen.

Tuch in unverlierbar und ich kann noch lose Zettel mit unterbringen

Das sieht jetzt herrlich simpel aus, war aber relativ aufwendig, die Feder innen entfernt, die Halterung der Feder abgefräst, die Kanten abgeschliffen damit mir das nicht die Folie zerkratzt und das alles mit einem eher mittelmässig guten Werkzeug. Drüber lackiert hab ich primär deshalb, damit ich nicht immer sehe wo ich abgerutscht bin, ich bin bei Feinarbeit leider eher etwas linkshänderisch veranlagt.

Daher übrigens auch die vibrierende Hand 🙂

Toll wäre wenn mir solche Ideen nicht on-the-go einfallen würden und ich vorher etwas mehr Planung reinstecken würde. Und vielleicht mal ein ordentlicher Tisch zum arbeiten in Verbindung mit ordentlicher Beleuchtung. Und vernünftige Arbeitsunterlage an Stelle von Amazon Kartons.

Und etwas mehr Ahnung von dem was ich so tue. Aber hey, Ponyhöfe sind aus, hab ich letztens auf Twitter gelesen.

Und ich verliere den Stift nicht, hab was zum abwischen des Displays dabei und muss nicht mehr über mässig durchdachte Herstellerlösungen schimpfen.

Queen of heimwerking

Ich leider ja derzeit unter einem Diy Anfall. Was übrigens gar nicht so einfach ist, wenn man über zwei ausserordentlich linksdrehende Hände verfügt.

Nachdem ich jetzt mehrere Umsetzungen für Schlüsselbrett Alternativen im Internet gesehen habe, wurde es eben Zeit das eigene Brett zu ersetzen. Vor allem weil dies durchaus das Prädikat gar-nicht-mal-so-wertvoll verdient. Und für Platz, Originalität und Ästhetik ganz sicherlich keinen Blumentopf gewinnt.

Dabei entstanden ist dann dieses Teil:

there, I did this myself

Eigentlich war es auch elendiglich einfach.

Benutzte Komponenten:

  • 3mm dicke Platte aus ominösem Plastik aus Baumarkt (das nächste Mal würde ich eine etwas dickere MDF Platte benutzen)
  • 2 kitschige Garderobenhaken aus Baumarkt
  • 2 Gummibänder aus der Kurzwarenabteilung
  • 1 leere Thunfischdose
  • 2 Nägel
  • Filzgleiter
  • Acrylfarbe
  • Sprühfarbe

Werkzeug:

  • Kleinbohrer
  • Heisskleber
  • Hammer

Löcher an den gewünschten Stellen bohren, Gummibänder durchziehen, Haken und Dose einfärben und ankleben, Filzgleiter an die Rückseite pappen damit die Wand nicht angeschmoddert wird. Fertig.

Solle ich sowas nochmal machen, würde die Platte durch MDF ersetzt (dann lassen sich die Sachen auch festbohren), als Rahmen müsste man mal sehen ob man einen kitschigen alten Bilderrahmen findet, die Holzplatte dann eventuell mit Stoff beziehen, oder mit Filz bekleben um noch mit Reissnägeln arbeiten zu können.

Alles in allem aber ein einfach und schnell umsetzbares Babyprojekt. Und endlich sieht der Kram dann mal so aus, wie ich selber will, und nicht von der Stange gekauft.

Häkelige Angelegenheiten

Da ich mich vor einigen Monaten in einem Anfall von optimistischen Leichtsinn darauf eingelassen habe, bei der Vorlage eines gestrickten oder gehäkelten Brainslugs auf die Frage „Machst du mir sowas“ mit „ja klar, wenn ich bis XMas 2012 Zeit kriege“ zu antworten, steht nun also seit diesem Jahr die Quest „häkeln können bis Weihnachten“ an.

Ich gebe zu, mich ein paar mal gefragt zu haben wieviel Alkohol ich zu diesem Zeitpunkt intus hatte. Ich weiss es aber nicht mehr. Ist vielleicht auch besser so.

Fragt mal 3 Häkler und 2 Stricker was einfacher ist, drei sagen häkeln, zwei sagen stricken. Hilfreich. Nicht.

Ich habe mich dann für häkeln entschieden, ich erinnere mich vage das als Kind schonmal gemacht zu haben, genau wie stricken. Mit stricken assoziiere ich aber unhandlich lange Nadeln und ständiges leises Murmeln „links, links, rechts, fallen lassen, links, links, link–scheisse!, rechts,…“ Also häkeln. Und was soll ich sagen? Ich bin mitten drin.

Achievementpoints so far:

  • Häkel Pro Speak
  • Besitz von drei Häkelnadeln
  • Besitz von einigen Wollknäuels

Skills:

  • feste Maschen
  • Maschen zunehmen und abnehmen
  • halbe Stäbchen
  • ganze Stäbchen
  • unförmige Kugeln häkeln
  • im Kreis häkeln

Und hooray for teh interwebz, das Häkeln 2.0 funktionierte soweit eigentlich recht gut. Nachdem das testweise Häkeln etwas fade wurde und es draussen immer noch scheiss-doch-die-wand-an-ist-das-kalt-kalt ist, war der nächste naheliegende Schritt natürlich etwas wärmendes zu häkeln. Et voilà!

Die Dinger haben durchaus noch Verbesserungspotential, aber für ein Erstlingswerk zufriedenstellend. Vor allem weil sie warm sind.

Immerhin fühl ich mich im Umgang mit den harmlosen Nadeln mittlerweile so sicher, dass man sich dem finalen Questschritt „Häkle einen Brainslug der auf eine Klorolle passt“ annähern kann.

Soweit so gut, allerdings befürchte ist dass die Questreward eher so mittelmässig ist, ist ja meist der Fall bei den elend langen Quests die aus gefühlten Fantastillionen Zwischenschritten bestehen und bei dem Zeitraum schon fast als epic Quest durchgehen können.