I can haz pony

Bei einem meiner vielen Arztgespräche nach mehr oder minder misslungenen Eingriffen sass ich mit el Chefarzt und Onkel Doc mal wieder da. Wie üblich hörte ich el Chefarzt nicht so richtig zu, bis er leichtsinnigerweise sagte „Wir geben Ihnen ja alles was Sie wollen“ Da wurde die kleine Lain hellhörig und krähte „Ich will ein Pony!“

Onkel Doc fiel dann beinahe vom Stuhl und litt noch ungefähr 10 Minuten unter Lachanfällen. Soweit so schön. Ist ja prima wenn nicht nur ich bei der ganzen Sache Spass habe.

Beim letzten OP Aufenthalt murmelte er dann etwas von „Pony vergessen“. Bei einem darauf folgenden Kontrollbesuch erzählte er dann dass er es immer noch daheim hätte und schon Schwierigkeiten hatte, es gegen seine Kinder zu verteidigen. Er würde es per Post schicken. Ohne viel zu denken (mal ganz neu) meinte ich, er solle bitte an die Luftlöcher denken.

Beim heutigen Termin bei dem wieder die Gewinnerkombo el Chefarzt und Onkel Doc zum punktieren auf der Matte standen (heute nur etwas über 100ml), stürzte er nochmal kurz raus, und überreichte mir einen Karton mit Fixtape und erklärte triumphierend „Mit Luftlöchern!“

Ich find die ganze Aktion leider so drollig, dass ich ganz massives Crossposting betreiben muss. (Und ja, das ist der Onkel Doc, der im letzten Post so überzeugt war von dem menschlichen Aspekt bei der Klinikarbeit)

Et voilà: le Pony, für das ich jetzt nur noch einen ordentlichen Namen brauche

Foto

The gift of making gifts

ohne dabei jemanden zu vergiften.

ImageWisst ihr eigentlich was das schlimmste daran ist, alte Freunde zu haben? Dass sie alt sind. Ja ne, das mein ich jetzt gar nicht mal. Ich meine alte Freunde bezüglich des Alters der Freundschaft.

Man weiss nicht mehr was man schenken soll!!11elfzwergdrölf

Egal was einem spontan einfällt, nach kurzem – oder in meinem Fall eher langen – Nachdenken fällt einem dann ein, dass man so etwas in der Art schon zu Weihnachten vor 4 Jahren geschenkt hat. Und Plan B hat man zum Geburtstag vor 7 Jahren verschenkt. Und vor zwei Jahren hat man – in einem Anfall grenzenlosen Leichtsinns – hoch und heilig geschworen so etwas nicht mehr zu schenken.

Ich bin also runter auf Gutscheine von amazon, dawanda und Schnapspralinen.

Und bei Gutscheinen sieht man so deutlich was sie gekostet haben. Und bei den Geschenken hab ich gerne das Problem, dass gewisse Leute dann wissen wollen wo ich eben jenes tolle Ding herhatte. Da wissen sie den Preis dann auch. Und mir gehen dabei die Geheimtipp URLs aus. (Vielleicht hätte ich den Post „the lost art of keeping a secret“ nennen sollen)

Sachen für die Wohnung schenken geht auch immer nur sehr schwierig, vor allem wenn man die aktuelle Wohnung nicht kennt und die Zielperson da auch nicht mehr alleine drin haust.

Vielleicht sollte ich eher immaterielle Gutscheine schenken. „Ich schenke Dir hiermit dass Du 2 Wochen lang den täglichen Pokewar gewinnen darfst“ oder „Gutschein über 3 Wochen ‚oh wow, du bist so ein Nerd!‘ Antworten“ oder „Gutschein über 4 neue Taschen bei Dir über die ich nicht lachen werde“ oder „Gutschein über 2 Monate, ich denen ich mich benehmen werde wie eine debile ‚beste Freundin‘ die alles was Du tust toll, gut und richtig findet“

Ach, das ist alles so schwierig. Vielleicht sollte ich die Leute davon überzeugen, dass aufgrund dieser lang bestehenden Freundschaft Geschenke überflüssig werden, weil man diese tiefe Verbundenheit ja gar nicht mehr überbieten kann und wir intellektuell auch bereits darüber stehen der Freude und Dankbarkeit über diese Freundschaftsbeziehung überhaupt noch in greifbarer Form Ausdruck verleihen zu müssen. Nicht zu vergessen, dass Geschenke ja letztlich auch nur als Versuch zu werten sind, diese Freundschaft in materiellen Gütern zu erhalten und man sich dadurch ja quasi prostituiert, bzw. versucht die andere Person zu kaufen. Und wir sollten das mit dem Kapitalismus wirklich nicht zu weit kommen lassen.

Oder ich kauf einfach was Cooles und verschenk es.