Reboot

Ich bin jetzt schon 8 Jahre hier, in der gleichen Firma, in der gleichen Wohnung, mit den gleichen Problemen.

Langsam glaube ich es wäre mal wieder Zeit für einen Reboot. Neuer Job, neues Umfeld, neue Probleme. Ich hab allerdings überhaupt keinen Bock auf den ganzen Akt drumrum. Gibt es so etwas als Instant Pulver? Just add water oder so?

Mein Job geht mir seit einiger Zeit wieder gewaltig auf den Keks. Also nicht der Job an sich, eher das Job Umfeld. Meine Motivation hält sich nicht mehr in Grenzen, sie tanzt auf der Negativskala.

Was mich davon abhält einfach mal wieder Koffer zu packen? Bequemlichkeit (auch bekannt als Faulheit) und diese Beziehungskiste. Irgendwie kam mir das früher einfacher vor. Aber früher war ja eh alles besser. Sagt man. Vor allem mit diesem verklärten Rückwärtsblick. Wenn Zeitreise möglich wäre, würde jetzt vermutlich ein Ich aus der Vergangenheit kommen, mir kräftig gegen’s Schienbein treten, mich anscheissen ich solle gefälligst nicht nölen und wieder gehen. Laut diversen Zeitreise-Paradoxonen würde dabei sicher etwas ganz Grauenhaftes passieren. Erschütterung im Raum-Zeit-Kontinuumnumnum und mein Jetzt-Ich würde spontan in Flammen aufgehen und mein Vergangenheits-Ich hätte fiese Brandblasen. Oder so.

Es ist auch nicht so als hätte ich konkrete Gründe, es ist mehr so ein diffuses „wäääh, die Gesamtsituation ist irgendwie pnöd“. Vermutlich würde es helfen, den fetten Arsch zusammenzukneifen, sich mal ein oder zwei Hobbies zu suchen, diese länger als 3 Tage durchzuziehen und insgesamt mal ein entspannteres Verhältnis zur Arbeit zur entwickeln.

Aber das mit dem entspannten Arbeitsverhältnis hab ich bisher noch nicht gerafft, abgesehen davon dass ich sicher bin, es würde mir helfen, hab ich keinerlei Fortschritte gemacht.

Das jetzige Gejammer hat auch viel von einem Déja-écrit, vielleicht sollte ich einen Nervenzusammenbruch vortäuschen und mir ein paar Monate Therapiestations-Auszeit nehmen. So völlig unverlockend ist der Gedanke gar nicht. Es gäbe da eh noch so zwei bis vierzehn Sachen die ich mal therapieren sollte.

Oder mehr Milch trinken? Ach ne, die löst ja auch keine Probleme.

Die unerträgliche Was-auch-immer des Seins

Meh. Ich hab eigentlich derzeit keinen echten Grund mich zu beschweren, fühle mich aber immer etwas pienzig. Ich weiss nicht ob das daran liegt, dass ein unterbewusster Teil von mir der Meinung ist, ich müsste jammern weil ich ja quasi noch krank bin. Dabei gehts mir ja nicht wirklich schlecht, ich bin nur unzufrieden mit der Gesamtsituation wie man so schön sagt. Vielleicht leide ich an akutem Sommerloch.

Ich arbeite nicht, also nicht wirklich, ich nutze meine viele Zeit leider auch viel zu selten für ansatzweise sinnvolle Dinge, aber auch nicht für spassige Dinge. Meistens liege ich lethargisch auf dem Sofa rum. Und bin frustriert. Ja, das ist kein Wunder dass sie schlecht schläft und ständig unzufrieden ist, mag sich der Aktionismus-orientierte Leser jetzt denken. Danke, soweit war ich auch schon mit meinem Latein (und meiner Verhaltenstherapie).

Gelegentlich gelingt es mir ja auch etwas zu tun, meistens hält das jedoch nicht lange und ich verbringe mehr Zeit damit mich zu irgendwas aufzuraffen als wirklich etwas zu tun. Dabei wäre es ja nicht so als gäbe es nichts zu tun. Ich hab hier tatsächlich noch ungelesene Bücher, meine Terror-Redakteuse wär sicherlich auch froh wenn ich ihr mal nen Text vor die Füsse werfe, meine Wohnung fände etwas Zuwendung sicherlich nicht direkt schlecht und meine Arbeit wäre wohl auch nicht undankbar wenn ich mir darum mehr (konstruktive) Gedanken machen würde. So viel zu tun, so wenig Lust.

Selbst Haus verlassen ist so eine Sache, ich *weiss* dass es da draussen das Eine oder Andere gibt, was man tun könnte. Ich verlasse nur nicht grundlos das Haus. Da hat es tatsächlich Vorteile wieder zur Physiotherapie verdonnert zu sein, da bin ich dann eh schonmal draussen, und versuche wenigstens nicht sofort wieder nach Hause zu rennen, abgesehen davon ist rennen bei dem Wetter eh ein no go (hach, ich hoffe jemand hat das grandiose Wortspiel erkannt). Im Zweifelsfall endet es halt wieder damit, dass ich versuche mich unauffällig im Hermke rumzudrücken in der Hoffnung dass die mich irgendwann mal mit Mobiliar verwechseln und nicht mehr versuchen mir etwas zu verkaufen sondern einfach akzeptieren dass ich da rumstehe / rumsitze.

Gut, das is übertrieben, abgesehen von den gelegentlichen „Kennst du eigentlich schon … “ Attacken lassen die einen ja in Ruhe, man muss nur überzeugend genug vermitteln dass man jetzt gerade nichts kaufen will. Was mir persönlich etwas schwer fällt, weil mich in dem Laden immer eine prinzipielle Kaufbereitschaft überkommt. Heute hats jedoch gut geklappt, 2x mal die Attacke erfolgreich abgewehrt, Interview gemacht, noch ein wenig Zeit totgeschlagen und ohne Geld dortlassen gegangen. Ha! Interview gibts dann irgendwann die Tage an anderer Stelle online. Und gelernt habe ich, dass das iVoice Pro mit meinem Pod prima funktioniert und Batterieleistung zieht wie nichts gutes. Jetzt bräuchte ich nur jemanden, der mir das alles abtippt. Und die Kinder auf diesem Spielplatz tötet. Aber ach, das Leben ist kein Ponyhof.

Fragen, die die Lain bewegen

  • gibts einen Trick beim Aufräumen, bei dem man nicht nur Sachen von links nach rechts trägt?
  • ist es legitim viel Zeit damit zu verbringen erstmal die richtige Aufräum Musik zu finden?
  • wieviele Krebspatienten werden im Lauf der Nachbehandlung Alkoholiker?
  • wird das Wetter sich mal entscheiden ob es nun einen auf Sommer macht oder nicht?
  • was kostet ein Sklave der meine Bücher, DVDs und Comics in eine online Datenbank klopft und pflegt?
  • wieviele Perücken braucht ein halbwegs verrückter Mensch?
  • bekomme ich irgendwann meine Arbeitsmotivation zurück?
  • wie komme ich an ganz viel Geld?
  • warum gibt es kein Auffanglager für realitätsferne Politiker? (jaja, ich weiss, so viel Platz hat keiner übrig)
  • wie schnell nach der letzten Infusion wachsen meine Haare wieder nach?
  • wieviele Fragen kann ich mir aus den Fingern saugen um weiter das Aufräumen zu verhindern?

verdammt, die letzte Frage hat jetzt irgendwie den Bann gebrochen …

It’s not that I don’t care

aber bei all den weltweiten Fuck-ups im kleineren und grösseren Ausmass weiss man doch eigentlich gar nicht mehr worüber man sich zuerst aufregen soll.

Klar, man kann sich einreihen in die Leute denen gerade alle Hutschnüre platzen angesichts unserer deutschen Politiker, und es *ist* zum kotzen was hier gerade abläuft, überhaupt keine Frage. All dies ist jedoch kein Grund von einer Bundesrepublik China zu reden. Währen wir in China, hätten wir zum Beispiel Meldungen über ein beschnittenes Google. Wenn es denn sein muss, dann sind wir ein bischen Australien (G’day mate!). Aber statt nur zu schreien und überhastet Parteien beizutreten, wäre es schön etwas Ruhe zu bewahren und lieber konstruktiv zu sehen was man tun kann. Unterstützen der Klage vor dem Verfassungsgericht, sachliche Aufklärung, etc.

Man könnte aber auch überlegen was man davon hält dass die IKB Milliarden-Bürgschaften zugesprochen bekommt, was man davon hält dass Arcandor nicht vom Staat gerettet wird, warum in Island wieder die Walfangsaison eröffnet wurde, warum der Bundestag das BSI Gesetz hat durchgehen lassen oder wie lächerlich es ist dass die Popkomm abgesagt wird und als Schuldigen die Diebe im Internet angibt. Oder wie es kommt dass Politiker jetzt wahlkampf-bezogene Versprechungen zum Thema Steuersenkungen machen, die jeder nach 2 Sekunden Denken als albern abtun kann.

Eine weitere Option ist sich fürchterliche Sorgen über die Situation im Iran zu machen, nachdem Chamenei heute nochmal deutlich einer Neuwahl wiedersprochen hat, Ahmadineschad als klaren Sieger bezeichnet und recht unverhüllt mit Gewalt auf weitere Demonstrationen droht. Freuen kann man sich immerhin über die technische Unterstützung die von allen möglichen Institutionen und Privatleuten gestellt wird. Twitter verschiebt Maintenance, Facebook und Google sprechen jetzt persisch, YouTube hat seine Policy abgeändert damit die Videos von Iranern online bleiben können, jede Menge Twitteruser haben ihr Profilbild grün gefärbt um Solidarität zu zeigen. Viel mehr tun können wir einfachen Leute nicht, aber wenigstens zuhören bzw. mitlesen können wir. #iranelection

Also, wo soll man anfangen sich zu engagieren, wo soll man aufhören?

Ich persönlich berufe ich mich auf meine persönliche Fuck-up Situationen in der mir ein wenig die Kraft fehlt mich über alles was noch so abläuft ernstlich aufregen zu können, aber das heisst wirklich nicht dass es mir egal ist. Aber wenn ich zuviel darüber nachdenke, verlier ich nur den Verstand.

(Title ref: And you will know us by the trail of dead, So divided, So Divided)

How do I master the perfect day

So, also wieder arbeiten. Ist ungewohnt, aktuell noch etwas anstregend. Viel aufzuholen, und seit ich arbeite ist mein Körper der Meinung er müsste mich wieder anzicken. Hier zucken Nerven in der Narbe, da denken meine Augen sie müssten schmerzen, es ist ein Fest, ich könnte kotzen vor Glück. Ausserdem stellt man sein ICQ wieder auf available und bräuchte ganz dringend ein Makro das etwa diesen Text enthält „ja hey, ne, alles ok, hab mir letztens Krebs zugelegt und bin grad in Nachbehandlung, nein, soweit ist alles klar, ich komm zurecht, danke“

Viel lästiger ist jedoch: es fehlt einem plötzlich so schrecklich viel Zeit. Da verbringt man Wochen mit gepflegtem Rumvegetieren, und als man endlich mal wieder Bock hat Dinge zu tun, geht man arbeiten. Blöd eigentlich. Wär ich mal besser zuhause geblieben. Anderseits ist das nicht gut fürs Budget, der Comic- und Buchverbrauch steigt rapide an, und die hilfreichen Herren im Hermke sind immer ganz uneigennützig bereit einen auf neue Serien anzusetzen.  Oder so Vorschläge zu machen wie „soll ich auf Bücher zeigen und sagen ‚kaufen!‘?“ Und dann auch noch die non-Yubari-Style Perücke kritisieren. Schon klar, mit mir kann mans ja machen … *rumzick*

Ansonsten breite ich mich virusartig ein wenig im Netz aus und habe mich darauf eingelassen sehr gelegentlich auf sportswire.de über Spiele (ja, zocken ist auch irgendwie ein Sport!) zu schreiben und vielleicht gibts auf parallel-gesellschaft.org auch mal mehr als nur einen Text von mir. Mal sehen.

Jedenfalls wäre es schön wenn jemand einen Weg findet wie ich arbeiten kann und trotzdem so ca. 10h Freizeit habe, doppelt soviel Gehalt und ein kostenloses Comic Abo und ca. 3h täglich um diese auch zu lesen. All dies vorzugsweise ohne auf Schlaf verzichten zu müssen, in müde hält sich meine Produktivität doch arg in Grenzen. Vorschläge jetzt. Bittedankeschön.

(Title ref: Björk, It’s not up to you)

Absolutely meh

It’s boring. Having a blog and not feeding it. Makes me feel a little guilty, for whatever reasons. Also, the occasional blog entry keeps up the pretense of life. This is one reason, and I had to realize that my Twitter spam score increased significantly while not blogging, that was kind of scary.

Anyone asking by now why this post is in English: truth be told, I don’t have a clue.

Finished a book with the promising title „Kill your friends“, laughed and went directly for Transmetropolitan. You don’t have to like the world and you can still be a somehow ok person. Comforting. Especially since some people managed to get fame and money for not liking anyone or anything. Can I get some money for that without doing anything like writing a book or a comic? Please? I’ll pass on the fame …

Wow, I just realized I stuck with no-blogging for a whole week, amazing. My spine is most adorable, wouldn’t you agree?

The somewhat sad aspect of this post is that I don’t really have anything to tell, I was just so incredibly bored and annoyed that I could not think of anything else than get here and start typing.

So no, it’s not like the world suddenly went all shiny on me and from now on posts will be regular, full of happiness, rainbows, fairies, and what have you. The BS did not all of a sudden drop out of my life, like the way it dropped in on me, and I still have no fucking idea how to deal with everything. But spamming Twitter, trying to find someone to whine at in icq and social networks (I hate that term) is no way going to help me (AND it is embarrassing).

So yes, the blog is up again, for whatever good it might or might not do to me and will probably continue with way too personal posts about me struggling on and still seeing no sense in anything that happens to me.

Don’t come to read if you don’t care, and don’t you ever dare to complain to me about it.

Warum längeres Single-Sein beziehungsschädigend ist

Ganz einfach, und auch schrecklich naheliegend. Man wird nur noch schräger. Ok, relativieren wir die Aussage ein wenig. Leute wie ich, die keinen Freundeskreis vor Ort haben, die nicht dazu neigen wahnsinnig viel weg zu gehen, die nicht draussen rumlaufen und wildfremde Leute ansprechen „hey du, wollen wir vielleicht befreundet sein?“. Leute die ihre Zeit zuhause verbringen und die Wohnung eigentlich nur verlassen um arbeiten zu gehen und das einzukaufen was sie nicht online bestellen können. Die schon so kleine Handicaps mit ihrem sozialen Umfeld haben und ein wenig „weird“ sind. Diejenigen, die werden einfach nur schlimmer je länger sie single sind. All die kleinen unauffälligen Eigenheiten wachsen sich zu Angewohnheiten und zwanghaften Verhalten aus.

Und ab und zu sieht man in den Spiegel und fragt sich wie man sich manches davon eigentlich je wieder abgewöhnen soll, bzw. ob es irgendjemand wert sein kann, dass man sich das abgewöhnen will. In manches will ich ja vielleicht auch gar keinen integrieren. Ich will nicht plötzlich bei der abendlichen Entscheidung, welche Episode welcher Serie guck ich auf dem Laptop während ich esse, zweite Meinungen hören. Plötzlich aufhören abends auf Facebook rumzuidlen? Nicht mehr Nine Inch Nails zum einschlafen hören? Nachts wenn ich nicht schlafen kann und eben keine Pillen fressen will, nicht mehr einfach das Licht anmachen, Musik lauter drehen, den Laptop hochfahren und mein Blog mit meiner Schlafproblematik belästigen? Plötzlich nicht mehr einen Tag am Wochenende mal verbringen ohne ein einziges Wort zu sagen? (Sagen! nicht tippen!) Den Sonntag nicht mehr komplett in Schlafklamotten durchbringen? Aufhören gelegentlich Selbstgespräche in „Lolcode“ zu führen?

Ich kann jetzt nicht behaupten dass ich das Single sein phänomenal toll fände, aber in einigen Hinsichten isses doch verdammt bequem. Gleichzeitig frag ich mich doch manchmal ob ich nicht die nächsten Wochen „Ding“ mache und dank Auto-Skillung mächtig Punkte in Sachen Beziehungsunfähigkeit zulege. Und da kann man wohl guten Gewissens sagen dass ein umskillen gewissermassen verdammt „teuer“ ist.

Aber es ist mir ein Rätsel wie man sowas verhindern soll. Wir haben noch keine Holo Decks auf denen man „Social Acting Simulationen“ ablaufen lassen kann um in Übung zu bleiben. Und sogar mir ist bewusst dass dümmliches in die Welt twittern kein Ersatz ist. Jaha, so klug ist die kleine Lain schon. Dabei habe ich gerade die Tage wieder drüber nachgedacht mir doch dieses Shirt zuzulegen, aber das ist dann doch ein wenig übertrieben (ja gut, in Wahrheit ist es mir zu teuer und es gibt keine Mädels Shirt Variante davon).

Es soll ja Leute geben, die solche Phasen mit ganz tollen Selbstverwirklichung und -findungs Dingen füllen. Ja, schön. Gratz. Ich schaffe es noch nicht einmal 1 (EIN!) Buch zu einem eigentlich sehr interessanten Thema fertig zu lesen. Mein Interesse beschränkt sich derzeit auf Sachen runterladen, installieren, 10 Min die Starter Guides zu lesen, ein Hello World Example abzutippen und mir zu denken „hey toll, da solltest du irgendwann mal …“, das ganze dann 1 Tag später wieder zu deinstallieren und giftig jenes vorhin genannte Buch anzustarren. Ganz abgesehen davon, dass das Agile Buch mich immer noch vorwurfsvoll anguckt und mittlerweile immerhin von Regalbrett 2a nach Regalbrett 1a gewandert ist. Dabei hat der ganze Mist damit ja angefangen.

ach verflucht, ich muss echt lernen nicht immer auf die Mails von Apple zu klicken … ich brauche keinen Mini … grml

Naja, jedenfalls ist dieser ganze Selbst-irgendwas Kram recht schwierig wenn man weder in der Arbeit noch privat den Arsch hochkriegt.

Ach, es ist toll womit man sich verrückt machen kann, wenn man nicht einschlafen kann.

An der Stelle übrigens ein kurzer Hinweis auf die grossartigen Savage Chicken Cartoons, brandaktuell zum Thema Schlaflosigkeit.